Mehr Zeit für Gläubiger nach Millionenpleite der Imperial-Gruppe

Gläubiger der insolventen Linzer Finanzgruppe Imperial haben bis Ende Februar Zeit, ihre Forderungen anzumelden.

Gläubiger der insolventen Linzer Finanzgruppe Imperial bzw. der damit verbundenen Cordial-Hotelgruppe haben länger Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Die im Dezember abgelaufene Frist wurde bis Ende Februar verlängert, berichtete der KSV am Dienstag. Bisher haben sich noch relativ wenige Betroffene gemeldet, was laut KSV u. a. am großen Anteil ausländischer Gläubiger liegen dürfte.

Bei der Imperial Kapitalbeteiligungsges.m.b.H. & Co KG gehe der Masseverwalter davon aus, dass rund 12.100 atypischen stillen Gesellschaftern aus insgesamt etwa 14.000 offenen Verträgen Gesamtansprüche von knapp 57 Millionen Euro zustehen, so der KSV im Anschluss an die Prüfungstagsatzung am Landesgericht Linz am Dienstag. Innerhalb der am 27. Dezember abgelaufenen Frist hätten sich aber nur rund 3.000 Gläubiger gemeldet, deren Forderungen der Masseverwalter mit insgesamt 15,4 Millionen Euro anerkannt habe.

Bei der Cordial Ferienclub AG würden den 6.600 Mitgliedern statt kostenloser Urlaube in den Clubhotels nun Entschädigungen von insgesamt 29,1 Millionen Euro zustehen. Bisher haben laut KSV nur knapp 4.000 ihre, vom Masseverwalter mit rund 16 Millionen Euro anerkannten Forderungen angemeldet.

Die Gläubigerschützer erklären sich das Fehlen so vieler Forderungsanmeldungen vor allem damit, dass es in beiden Verfahren einen hohen Anteil an ausländischen Gläubigern gibt und dass die Anmeldefrist in die Urlaubs- und Ferienzeit gefallen ist. Daher sei die Zeitspanne nun verlängert worden, Anmeldungen seien noch bis Ende Februar möglich. Vorläufig wird die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent angeboten, laut KSV stehen die Chancen auf mehr aber nicht schlecht. So würden Gutachten allein den Wert der drei Cordial-Hotels in Tirol mit 13,5 bis 16,8 Millionen Euro beziffern.

Ende Oktober waren für sechs Firmen der Imperial-Gruppe Insolvenzanträge gestellt worden. Hintergrund der Zahlungsunfähigkeit ist ein Urteil des OGH, der das Geschäftsmodell der Finanzgruppe gekippt hat. Imperial darf das Kapital ihrer atypisch stillen Gesellschafter nun nicht mehr als Eigenkapital betrachten, sondern muss ihnen ihre Guthaben ausbezahlen. Damit wurden 58 Millionen Eigenmittel plötzlich zu Verbindlichkeiten, was die Insolvenz zur Folge hatte.

(APA)