Bundesheer: Jeder zweite Panzer defekt

Bundesheer: Jeder zweite Panzer defekt
(c) AP (Ronald Zak)

Bundesheer: Ausfallraten sind normal. Derzeit sind nur knapp über 50 Prozent der 114 Panzer kampftauglich, der Rest steht wegen verschiedener technischer Defekte zur Wartung an.

Wien (red./APA). Nur jeder zweite „Leopard2“-Kampfpanzer des Bundesheeres ist derzeit einsatzbereit. Einen entsprechenden Bericht der Gratiszeitung „Heute“ hat das Verteidigungsministerium am Mittwoch bestätigt. Demnach wären derzeit nur knapp über 50 Prozent der 114Panzer kampftauglich, der Rest steht wegen verschiedener technischer Defekte zur Wartung an. Allerdings betont Ministeriumssprecher Michael Bauer, dass derartige Zahlen nicht ungewöhnlich und nur Momentaufnahmen seien: „Es gibt Phasen, in denen sehr viel geübt wird – und diesen Phasen folgen Phasen, in denen instand gesetzt wird und das Kaderpersonal auf Urlaub geschickt wird.“

„Nicht einmal die Amerikaner“

Bauer verweist darauf, dass eine ständige Einsatzbereitschaft aller Panzer weder gewünscht noch benötigt werde: „Es wäre ein Wahnsinn, wenn das Bundesheer ständig alles Gerät immer einsatzbereit hätte. Das wäre zwar möglich, das hat aber nicht einmal die amerikanische Armee.“ Dies sei auch eine Kostenfrage. Entscheidend sei, dass die Panzer einsatzbereit seien, wenn sie benötigt werden – also etwa bei der Ausbildung der Grundwehrdiener und bei Übungen. Danach kämen die Panzer in die Wartung, und das Kaderpersonal könne die im Einsatz angefallenen Überstunden abbauen.

 

Übliche Schwankungen

Als Beispiel nennt Bauer den Schützenpanzer Ulan. Die 110 Panzer diesen Typs hätten kürzlich eine Einsatzbereitschaft von 20Prozent gehabt. Mittlerweile seien es aber wieder 72 Prozent. Derartige Schwankungen sind laut Bauer wegen der notwendigen Wartungsintervalle der Panzer nicht ungewöhnlich.

Außerdem seien zahlreiche der offiziell als ausgefallen gemeldeten Panzer trotzdem technisch einsatzbereit (können also fahren, funken und schießen). Grund: Als „ausgefallen“ gilt ein Panzer bereits, wenn die Heizung defekt, das Gerät sonst aber intakt ist.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11. Februar 2010)