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Bundesheer: Generalstabs-Chef weist Kritiker zurecht

Verteidigungsminister Darabos, Generalstabschef Entacher
(c) APA (HBF / PETER LECHNER)

Generalstabschef Edmund Entacher schickt einen offenen Brief an den Chef der Offiziersgesellschaft. Seine Aussagen hätten "zu falschen Interpretationen" geführt.

Generalstabschef Edmund Entacher hat die wiederholte Kritik der Offiziersgesellschaft offensichtlich satt. In einem offenen Brief an deren Chef Eduard Paulus betonte er am Donnerstag, dessen Aussagen zum Zustand des Bundesheeres hätten "zu einer irreführenden Stimmung bzw. zu falschen Interpretationen in den Medien geführt, die für das Bundesheer sehr schädlich sein können". Das Bundesheer sei "für die ihm gestellten Aufgaben einsatzbereit".

Letzter Auslöser für die Zurechtweisung war ein Bericht in der Gratiszeitung "heute" (Freitag-Ausgabe) mit dem Titel "Krise: Armee-Spitze probt den Aufstand". Paulus bezeichnet das Bundesheer darin als "Potemkinsches Dorf", es existiere nur noch auf dem Papier. Statt 55.000 Milizsoldaten stünden nur 5.000 bis 10.000 zur Verfügung. Der Chef der Offiziersgesellschaft forderte eine Erhöhung des Heeresbudgets um 500 Mio. Euro pro Jahr sowie eine weitere Reform.

Schlagzeichen "entsprechen nicht Tatsachen"

Entacher lässt dies alles nicht gelten. Das Bundesheer erfülle national wie auch international seine Aufgaben in hervorragender Weise und befinde sich in einer Phase der Erneuerung, was sowohl das Gerät als auch die Kasernen betreffe. Paulus Aussagen "geben nicht die Meinung der Führungsspitze des Bundesheeres wieder", entsprechende Schlagzeilen "spiegeln nicht die Realität und entsprechen nicht den Tatsachen".

(APA)