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ÖGB: Wegen Kürzungen bei Bahn droht Verlust Tausender Arbeitsplätze

ARCHIVBILD: BAUARBEITEN IN EINEM SONDIERSTOLLEN FUeR DEN KORALMTUNNEL
Es sei "ökonomisch unsinnig, Investitionen bei den günstigen auf die lange Bank zu schieben, kritisiert der ÖGB.APA/MARKUS LEODOLTER
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Die Budget-Kürzungen beim Rahmenplan der Bahn machen laut Gewerkschaft 1,8 Milliarden Euro bis 2023 aus. Dadurch werden zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet, kritisiert die Arbeitnehmervertreter.

Die Budget-Kürzungen bei Bahn-Investitionen, laut Gewerkschaft vida rund 1,8 Mrd. Euro im ÖBB-Rahmenplan 2018 bis 2023, werden heftig aufs Korn genommen. Vor allem werden die Verluste von Arbeitsplätzen beklagt.

"Mindestens 1.536 Arbeitsplätze" würden dadurch in Tirol vernichtet, kritisierte ÖGB-Chef und Geschäftsführer der Gewerkschaft vida, Philip Wohlgemuth, am Donnerstag in einer Aussendung. Laut dem aufgetauchten neuen ÖBB-Rahmenplan-Entwurf sollten allein in Tirol in sechs Jahren 104,9 Mio. Euro eingespart werden. "Unser transitgeplagtes Bundesland trifft es damit hart", zeigte sich Wohlgemuth verärgert.

Die Verschiebung oder Streichung von vier burgenländischen Bahnprojekten verhindere Investitionen von insgesamt 27,5 Mio. Euro, stellte Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch fest. Rund 400 Arbeitsplätze würden verhindert bzw. vernichtet, hieß es von AK und ÖGB. Abgesagt werden soll laut Gewerkschaftsbund und vida Burgenland die Elektrifizierung der Bahnlinie Szentgotthard-Jennersdorf-Graz mit Investitionen von 23,3 Mio. Euro. Verschoben beziehungsweise gestrichen werden dürfte auch die Elektrifizierung der Bahnverbindung von Wiener Neustadt nach Loipersbach-Schattendorf. Der Finanzminister streiche die dafür vorgesehenen 3,5 Mio. Euro.

ÖGB: Knapp 2000 Jobs in Vorarlberg verloren

In Vorarlberg vernichten die Kürzungen bei Bahninfrastruktur-Investitionen laut Angaben des ÖGB in Vorarlberg von 2018 bis 2023 rund 1.900 Arbeitsplätze. Allein in Vorarlberg wolle das Verkehrsministerium laut dem neuen ÖBB-Rahmenplan-Entwurf in sechs Jahren 130,4 Mio. Euro einsparen. Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne) betonte am Donnerstag, Kürzungen werde man nicht akzeptieren. In Vorarlberg sind laut Gewerkschaftsangaben der Nahverkehrsausbau im Rahmen des Rheintalkonzepts zwischen Bregenz und Bludenz betroffen, für den nun um 40,7 Mio. Euro weniger budgetiert seien, sowie der Ausbau der Nahverkehrsstrecke nach Liechtenstein, also von Feldkirch bis zur Staatsgrenze, der um 89,7 Mio. Euro gekürzt werde.

Auch in Oberösterreich werden der Regierung wegen der geplanten Einsparungen im Bahnbereich schwere Vorhaltungen gemacht. Nur für das Erreichen des Nulldefizits würden bis 2023 allein in Oberösterreich "2.313 Arbeitsplätze vernichtet", schlug Landesvorsitzender Helmut Woisetschläger am Donnerstag in Linz Alarm. Konkret sollen in Oberösterreich beim Ausbau der Strecken Linz-Wels 63,3 Mio. Euro, Wels-Passau 6,6 Mio. Euro sowie bei der Pendlerverbindung Steindorf-Straßwalchen 86,4 Mio. Euro eingespart werden, nannte die Gewerkschaft in Presseunterlagen einige Beispiele.

Vida-Wien-Vorsitzender Helmut Gruber kritisiert, dass bereits im Rahmenplan vorgesehene Projekte im Volumen von 60,6 Mio. Euro nun dem Rotstift des Finanzministers zum Opfer gefallen seien. Betroffen seien Pendler und Menschen mit Behinderung.

(APA)