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Analoges über Digitales

Franz Schuh.
Franz Schuh.(c) Manfred Klimek / picturedesk.com (Manfred Klimek)
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Nein, die digitalen Zeitgenossen mit ihrem Techno-Jargon können das Analoge unserer Welt und ihre alten Geschichten nicht beenden.

Auf einem katholischen Radiosender, der ausschließlich der Vermittlung des Glaubens dient, sprach ein gelehrter Priester vom Sündenfall. Er sprach eindringlich, aber nicht in der Hochsprache, sondern kultiviert und doch umgangssprachlich im Wiener Dialekt.

Es ging ihm um das Entstehen eines geschichtsmächtigen „falschen Gottesbildes“: Nicht dem gütigen Gott habe Adam vertraut, sondern von vornherein sei er auf den strafenden Gott fixiert gewesen. Das Schuldgefühl, so sagte es der Priester, sei bereits dem ersten Menschen näher gewesen als ein Bewusstsein von der Barmherzigkeit Gottes. Das Schuldgefühl, sagte der Priester wörtlich, sei den Menschen „einprogrammiert wie in einen Computer“, und da er diese Redewendung wiederholte, nahm ich an, dass er einen besonderen Wert auf sie legte.

Sozialer Tod für digitale Analphabeten.Als Gegensatz dazu kann ich eine andere Geschichte erzählen: In einem Gespräch mit einem klugen Menschen bezog ich das Wort „denken“ auf den Computer. Das sei unpassend, sagte mein Gesprächspartner, nicht ohne sich zu ärgern. Denken könnten nur Menschen, keine Maschinen.