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Weltjournal

Mossul: Wiederaufbau ohne Korruption

Mohammed al-Hamadani (3. v. r.) will Mossul auf den Trümmern wieder aufbauen.
Mohammed al-Hamadani (3. v. r.) will Mossul auf den Trümmern wieder aufbauen.(c) Sebastian Backhaus
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Die Stadt im Nordirak ist zerstört, der Wiederaufbau drängt, die Regierung hat kein Geld. Doch ein Mann will das Unmögliche schaffen – und zwar ganz ohne Korruption.

Der Gestank ist kaum auszuhalten, trotz Schutzmaske. Es ist der unverwechselbare Geruch von Leichen, der einem in der Altstadt von Mossul überall in die Nase steigt. Tausende von Toten liegen unter den Trümmern, obwohl die Stadt bereits vor acht Monaten vom Islamischen Staat (IS) befreit wurde. „Von so vielen Leichen, bis in die Zehntausende, geht ein unheimliches Gesundheitsrisiko aus“, sagt Mohammed al-Hamadani. „Das ist eines der dringendsten Probleme, das wir als Erstes lösen wollen.“

Der gebürtige Mossuler ist Präsident der NGO Botschafter des Friedens, die Spenden für den Wiederaufbau Mossuls sammelt. „Unser Projekt ist kein x-beliebiges“, erklärt al-Hamadani. „Wir wollen auf einer Welttournee um Geld- und Sachspenden werben und sie dann völlig transparent einsetzen.“ Nur so könne man die Korruption verhindern, die im Irak auf allen Ebenen grassiere. Die ganze Welt wisse, im Irak verschwinde einfach ein großer Teil der Spenden. „Bei uns dagegen“, behauptet der „Botschafter des Friedens“, „geht auch der letzte Cent in den Wiederaufbau von Mossul.“

Ihm scheint es wirklich ernst damit zu sein. Um sein Projekt zu finanzieren, hat er mit seinem Bruder das Haus der Familie verkauft und seinen sicheren Job als Ingenieur bei der UNO aufgegeben. Mit dieser selbstlosen Geste konnten Prominente wie die arabische Popikone Kazem al-Saker und die US-Schauspielerin Angela Jolie als Werbebotschafter gewonnen werden.

Umsonst gibt es nichts. Tatsächlich ist die internationale Unterstützung für den Irak hinter den Erwartungen geblieben. Auf einer Geberkonferenz im Februar in Kuwait kamen zwar 30 Milliarden Dollar zusammen. Jedoch wurde damit das Ziel von 100 Milliarden weit verfehlt, die für den Wiederaufbau insgesamt nötig wären. Außerdem ist der Hauptteil der Gelder nur als Kredite und Investments zu haben, und das mit einer Laufzeit von nur einigen Jahren. Die dringend gebrauchte kostenlose Soforthilfe gibt es nicht.