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Meinung: Auch Monopolisten wollen Gewinne

Die Argumente, mit denen das Glücksspielmonopol verteidigt wird, sind angesichts der Realität lächerlich.

Machen Sie Ihr Spiel, wo immer Sie sind. So lautet der Werbespruch des heimischen Glücksspielmonopolisten. Und nach diesem Motto wird in der TV-Werbung der fade Waschsalon oder die öde Uni-Vorlesung dank Glücksspielhomepage am Laptop flugs zum fetzigen Las Vegas. Suggeriert wird – Spielen ist ein harmloser Zeitvertreib für zwischendurch.

Komplett anders sieht die Sache aber aus, wenn es um die Begründung für das Monopol geht. Dann wird sofort vom Spielerschutz gesprochen. Nur ein Monopolist könne gewährleisten, dass Menschen nicht Haus und Hof verspielen. Nur er habe das Verantwortungsbewusstsein, auf Gewinne zu verzichten und Spieler nach Hause zu schicken. Dieser Widerspruch zeigt sehr gut, auf welch tönernen Beinen das Glücksspielmonopol steht. (Dass die Casinos dennoch pro Jahr von Dutzenden Spielsüchtigen verklagt werden, steht auf einem anderen Blatt.)

Glücksspiel ist eine kostenpflichtige Unterhaltung. Und jeder halbwegs vernünftige Mensch, der sich auch nur kurz mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigt hat, sollte es auch als das sehen. Man muss aber akzeptieren, dass es Spielsüchtige gibt. Diese müssen geschützt werden. Für diesen Schutz bedarf es aber keines Monopols. Dafür reichen strenge, aber faire Regeln, die jedes Unternehmen, das Glücksspiel anbieten will, erfüllen muss. (Bericht: Seite17)


jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2010)