Bisher kein Verbrechen: Saudis wollen sexuelle Belästigung unter Strafe stellen

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SymbolbildAPA/AFP/FAYEZ NURELDINE

Wer Frauen begrapschte, musste bisher keine Strafen in Saudi-Arabien fürchten. Das soll sich nun doch ändern.

Sexuelle Belästigung ist in Saudi-Arabien kein Verbrechen, Grapschen beispielsweise nicht strafbar. Das soll sich nun ändern. Das Land will sexuelle Belästigung künftig unter Strafe stellen. Der Shura-Rat, der das Kabinett berät, habe einen entsprechenden Gesetzesentwurf gebilligt, teilten die Behörden am Dienstag mit. Künftig sollen damit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldstrafen von 300.000 Rial (69.000 Euro) möglich sein.

Das Gesetz fülle "ein großes gesetzgeberisches Vakuum" und diene als Abschreckung, sagte Shura-Rats-Mitglied Latifa al-Shaalan laut einer Erklärung des Informationsministeriums.

Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte zuletzt Reformen eingeleitet, um Saudi-Arabien zukunftsfähig zu machen. Dazu zählen etwa die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen sowie eine stärkere Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben. Viele Aktivisten kritisieren die Reformen jedoch als kosmetisch. Überschattet wurden die Reformen zudem zuletzt von der Festnahme mehrerer Menschenrechtsaktivisten.