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Schwedische Studentin verhindert mit Flugzeugprotest Abschiebung eines Afghanen

Screenshot Facebook
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Mit einer dramatischen Protestaktion hat sich eine schwedische Studentin in einem Flugzeug gegen die Deportation eines Mannes nach Afghanistan gewehrt. Mit Erfolg.

In einer dramatischen Protestaktion hat die schwedische Studentin Elin Ersson die Abschiebung eines Mannes nach Afghanistan verhindert. Wie der "Guardian" berichtet, hat sich die junge Frau geweigert, ihren Platz in einem Flugzeug am Flughafen Göteborg einzunehmen. Und zwar solange, bis der Mann wieder aus dem Flugzeug gebracht worden war.

Ersson, die laut ihrem Facebook-Eintrag Studentin der Universität Göteborg ist, hat sich ein Ticket für einen Flug von Göteborg in die Türkei gekauft, nachdem sie und andere Aktivisten erfahren hatten, dass ein junger Afghane abgeschoben werden sollte.

Die Protestaktion hat sie in einem Facebook-Live-Video aufgezeichnet. Der Film wurde bis Mittwochfrüh mehr als zwei Millionen mal angeklickt. "Ich will nicht, dass ein Mann stirbt, nur weil sie ihren Flug nicht versäumen wollen", sagte Ersson. "Ich werde mich solange nicht setzen, bis der Mann das Flugzeug wieder verlassen hat."

Applaus der Passagiere

Ersson nützte so die Vorschrift, dass ein Flugzeug nicht abheben kann, solange ein Passagier steht. Ersson argumentierte schließlich - nach Aufforderung eines Flugbegleiters, ihre Aktion zu stoppen - auch damit, dass sie nichts Illegales mache und sich an die Regeln halten werde, sobald der Mann das Flugzeug wieder verlassen habe. Sie versuche in erster Linie, die Regeln ihres Landes zu ändern, denn: "Es ist nicht rechtens, Menschen in die Hölle zu schicken".

Letztlich gab es Applaus, als der Afghane und drei Sicherheitsleute, gefolgt von Ersson, das Flugzeug verließen.

Die Aktion wirft ein Licht auf schwedische Proteste gegen die Asylpolitik des Landes. Die Regierung versucht, die Zahl der Asylwerber niedrig zu halten. Hintergrund sind unter anderem die Wahlen im September, die großteils vom Flüchtlingsthema dominiert werden. Auch in Schweden zeigen die Umfragen eine starke Rechtsaußen-Partei.

Noch 2015 suchten 163.000 Menschen in Schweden um Asyl an. Nach der Verschärfung der Bestimmungen ist die Zahl der Anträge drastisch gefallen.

(red.)