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1,25 Millionen in Österreich sind armutsgefährdet

Schlange bei einem Sozialamt in Wien.
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Kinder und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders gefährdet. Die Armutsgrenze liegt in Österreich bei 1060 Euro, das Existenzminimum bei 909 Euro - gleich viel wie die Mindestpension.

Die Armutsgrenze in Österreich liegt bei 1060 Euro im Monat, inklusive sämtlicher Sozialleistungen. Wer weniger Geld als das zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Das sind in Österreich 14,4 Prozent der Bevölkerung in Österreich - oder umgerechnet rund 1,25 Millionen Menschen.

Die Gruppe besteht aus etwa 324.000 Kindern und Jugendlichen, 410.000 Männern und 511.000 Frauen im Alter von 20 und mehr Jahren. Besonders stark von Armut sind Kinder gefährdet: 20 Prozent der Buben und Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren leben in einem armutsgefährdeten Haushalt. Betroffen sind 38 Prozent der Kinder in einem Ein-Eltern-Haushalt und 26 Prozent in einem Mehrpersonenhaushalt mit mindestens drei Kindern.

 

39 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich sind armutsgefährdet, wobei es je nach Staatsbürgerschaft signifikante Unterschiede gibt: Bei EU- oder EFTA-Bürgern liegt die Gefährdung bei 29 Prozent der Menschen vor, bei jenen aus anderen Herkunftsländern bei 50 Prozent. Fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung, rund 434.000 Menschen, gelten als manifest arm.

Armut und Bildungsniveau korrelieren: 33 Prozent der armutsgefährdeten Menschen weisen einen Pflichtschulabschluss als höchste Ausbildung vor. 39 Prozent können eine Lehre oder einen Abschluss einer mittleren Schule bieten. 16 Prozent der armutsgefährdeten Männer und Frauen in Österreich haben eine Matura. Personen, die trotz einer Arbeit kein ordentliches Einkommen haben, werden als "Working Poor" bezeichnet - in Österreich sind es sieben Prozent der Erwerbstätigen bzw. rund 300.000 Menschen. Beim EU-SILC 2007 waren es "nur" 228.000 Personen.

Existenzminimum so hoch wie Mindestpension

In Österreich gilt politisch betrachtet der Ausgleichszulagenrichtsatz und weiters auch das Existenzminimum als Armutsgrenze. Die "Mindestpension" beträgt für Alleinstehende 2018 exakt 909,42 Euro und für Paare 1.363,52 Euro - 14 Mal im Jahr. Das Existenzminimum liegt mit 909 Euro praktisch gleichauf, doch die Höhe reduziert sich um 25 Prozent, sobald Unterhaltsschulden bestehen.

Um die Armutsgrenze in Europa vergleichbar zu machen, wurde das EU-Programm SILC eingeführt: Kriterium für die Berechnung sind 60 Prozent des sogenannten Median-Einkommens. Das ist jenes Einkommen, bei dem genau die Hälfte der Bevölkerung darüber die andere Hälfte darunter liegt. Wer weniger als 60 Prozent dieses Median-Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. In Österreich beträgt die Armutsgrenze laut EU-SILC 2017 1.060 Euro (netto 14 Mal pro Jahr), wobei hier alle Sozial-, Familien-, Pflege-, Wohn-, Arbeitslosen-, aber auch Pflegegeldleistungen inkludiert sind. Wer also auf zwölf Monate gerechnet weniger als 1.238 Euro monatlich zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

(APA)