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Kirchen-Austritte: "Wir kommen kaum mehr nach"

Symbolbild Kirche
(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Die Zahl der Kirchen-Austritte ist stark gestiegen. In Kärnten etwa um rund 50 Prozent. In der Diözese Feldkirch sind in den ersten drei Monaten mehr Menschen als im Gesamtjahr 2008 ausgetreten.

Die Missbrauchsfälle haben die Zahlen der Austritte aus der katholischen Kirche stark in die Höhe getrieben. In Kärnten rechnet man mit einer Steigerung der Austritte um rund die Hälfte gegenüber dem Vorjahr. Im März kehrten alleine in Graz etwa 1000 Katholiken der Kirche den Rücken, der Schnitt liegt bei etwa 220. Auch in Vorarlberg hat die Kirche mit einer Rekordzahl an Austritten zu kämpfen. "Wir kommen momentan kaum mehr nach mit dem Eintragen", sagte eine Sachbearbeiterin in Dornbirn.

In der Diözese Gurk-Klagenfurt sind bis Ende März 1524 Kirchenaustritte registriert worden. "Das ist aber noch nicht das endgültige Quartalsergebnis, da kommen noch einige Austritte dazu", erklärte Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht. Stellt man mit der bisherigen Zahl trotzdem einen Vergleich zum 1. Quartal 2009 an - damals wurden 1032 Austritte verzeichnet - liegt die Steigerung bei 47 Prozent. "In der Endabrechnung wird die Steigerungsrate bedauerlicherweise wohl bei 50 Prozent liegen", vermutete Lamprecht.

In der Diözese Feldkirch sind in den ersten drei Monaten 2010 mindestens 1850 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das sind mehr Austritte als 2008 im gesamten Jahr (1793). 2009, als Bischof Elmar Fischer mit seinen Aussagen zur Homosexualität für Empörung sorgte, hatten insgesamt 2515 Personen ihren Austritt erklärt.

Auch in der Diözese Innsbruck sind die Austrittszahlen im Monat März signifikant angestiegen. "Mit Stand 21. März verzeichneten wir seit Jahresanfang insgesamt 1348 Abgänge", teilte Diözesansprecher Franz Stocker mit. Allein in den ersten drei Märzwochen seien es damit rund 200 mehr als im gesamten März des vergangenen Jahres gewesen. Die endgültigen Zahlen für das laufende Monat würden aber erst nach Ostern erhoben. Am 16. März lag die Zahl jener, die der Kirche den Rücken gekehrt hatten, noch bei 658.

(APA)