Facebook-Fotos widersprachen Urlauber-Beschwerde: 20.000 Pfund Strafe

Traumhafter Urlaub auf Kap Verde, schlechte Idee das zu leugnen.
Traumhafter Urlaub auf Kap Verde, schlechte Idee das zu leugnen.(c) Die Presse/eko

Ein dreister Versuch eines britischen Mannes, Geld vom Reiseveranstalter TUI zurückzuverlangen, ging nach hinten los. Er muss Strafe zahlen - wegen seiner eigenen Fotos.

Ein Kunde des Reiseveranstalters TUI in Großbritannien muss mehr als 19.000 Pfund (21.200 Euro) Strafe zahlen, weil er fälschlicherweise behauptet hatte, im Urlaub vom Hotelessen krank geworden zu sein. Er hatte deshalb versucht, das Reiseunternehmen auf Schadensersatz zu klagen. Doch damit wurde es richtig teuer.

Der Mann aus Wales reiste im Mai 2016 gemeinsam mit Vater, Bruder und dessen Freundin für zwei Wochen nach Kap Verde, berichtet das Magazin "travel weekly". Man hatte einen All-inclusive-Urlaub im Riu Toureg Hotel gebucht. Während des Aufenthalts gab es keine Beschwerden in Richtung Tui oder Hotel. Erst sechs Monate nach seiner Rückkehr wandte sich der Mann an den Reiseveranstalter. Darin beklagte er den mangelnden Hygienestandard im Hotel, das Essen sei nicht ordentlich gekocht gewesen und hätte ihn krank gemacht. Als Untermauerung der Beschwerde schickte der Brite Bestätigungen eines Arztes und seines Vaters mit.

"Bestes Essen, das ich je hatte"

Doch der britische Tui-Ableger forschte nach und wurde auf der Facebook-Seite des Mannes fündig. Dort hatte er Fotos von seinem Urlaub gepostet, beim Essen im Restaurant, beim Biertrinken, mit anderen Menschen. Keine Spur von Krankheit oder Beeinträchtigung des Urlaubs-Feelings. Die Fotos nutzte TUI auch vor Gericht - mit Erfolg.

Es waren nicht einfach nur die Fotos, auch die Kommentare des Mannes ließen keinen Rückschluss auf negative Erlebnisse auf Kap Verde zu. "Best Chines food I've had", steht etwa unter einem Bild etwa zu lesen. Die Aussagen des Mannes seien widersprüchlich gewesen. Das Gericht von Cardiff sprach ihn wegen dessen unehrlichen Ansinnens auf Schadensersatz schuldig. Er muss bezahlen.

Britische Veranstalter gehen seit zwei Jahren scharf gegen Kunden vor, die sich ohne Grund über ihren Urlaub beschweren und Geld zurückfordern. Rechtlich gab es bis vor kurzem noch eine Gesetzeslücke, die es ermöglichte noch lange nach der Heimreise Ansprüche auf Schandensersatz geltend zu machen. Auch die rigorose Reaktion der Reiseveranstalter soll dieses Verhalten künftig eindämmen.