Big George: Ein Leben für Kinnhaken und Griller

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George Foreman wird 70. Die Boxlegende, oft auch in Wien zu Gast als Freund von Toni Fritsch, wurde berühmt durch den "Rumble in the jungle". Die Niederlage gegen Muhammad Ali veränderte sein Leben. Wohlhabend wurde der Amerikaner erst durch den Vertrieb von Grillern und Diabetiker-Schuhen.

George Foreman stand als 49-Jähriger zum letzten Mal im Boxring. jeder Comeback-Traum danach scheiterte am eisernen Nein seiner Frau. Der unermüdliche Texaner wird am 10. Januar 70 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit.

Seine Niederlage gegen Muhammad Ali machte ihn sportlich unsterblich. Im legendären "Rumble in the Jungle" verlor der damals gefürchtete K.o.-Schläger Foreman am 30. Oktober 1974 gegen "The Greatest" in einer spektakulären Ringschlacht durch Knockout in der achten Runde.

 

MOHAMMAD I AM THE GREATEST ALI ROCKS GEORGE FOREMAN WITH A HARD RIGHT 29 10 EN ROUTE TO AN 8 R
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Nach seiner Box-Karriere wurde Foreman zu einem erfolgreichen Businessman. Der glatzköpfige Koloss mit dem freundlichen Gesicht und extrem großen Händen verlegte sein Hauptgewicht auf die Vermarktung extravaganter Gartengrills. Mit dem Rechteverkauf soll er fast 140 Millionen Dollar kassiert haben, um dann mit speziellem Diabetiker-Schuhwerk und Vitamin-Shakes weiter Geld zu machen. Auch in Wien war er oft zu Gast, als Freund von Toni Fritsch. Und ihr erster Weg führte stets zum "Berger", dem "Steak-House" vis a vis der Stadthalle.

 

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Die Liebe zu Schäferhunden

Seine Vorliebe für Deutsche Schäferhunde begleitet ihn schon Jahrzehnte. Foreman soll 16 Tiere besitzen. Vor drei Jahre war er in Meppen hofierter Gast bei den Weltmeisterschaften der Schäferhunde-Züchter. Er verfolgte gebannt die Wettkämpfe in den Disziplinen Fährte, Gehorsam und Schutzdienst.

Seine Vorliebe für die Vierbeiner hatte ihn allerdings schon vor dem Jahrhundert-Kampf gegen Ali in Kinshasa alle Sympathien der Gastgeber gekostet. Als er in der Hauptstadt Zaires landete, führte er einen riesigen Schäferhund - im Land ein Sinnbild der früheren Unterdrückung durch die belgischen Kolonialherren - die Gangway hinab. Die geplante Machtdemonstration geriet zum Fiasko: Beim Kampf standen die 100.000 Zuschauer ab vier Uhr morgens im "Stade du 20 Mai" wie ein Mann hinter Ali.

Auch im Ring hatte sich Foreman verkalkuliert. In der Schwüle der Nacht stand Ali lange in Doppeldeckung und ließ Foreman sich müde schlagen. Als nichts mehr ging beim zuvor ungeschlagenen Topfavoriten, sprang ihn Ali wie ein Raubkatze an, landete harte Kopftreffer und schickte den verdutzten Foreman zum ersten Mal in dessen Karriere auf die Bretter.

Sein einstiger Hassgegner Ali war längst zu einem Freund geworden. 2016 schwärmte Foreman (76 Kämpfe - 5 Niederlagen) nach Alis Tod in Ehrfurcht. "Er war ein unbeugsamer Gerechtigkeitsfanatiker, ein unermüdlicher Freiheitskämpfer. Er war zu jedem Opfer bereit, um unbeirrt den Weg seiner Überzeugung zu gehen. Seinen Mut habe ich nie besessen", sagte er der "Welt".