Gillette nach Werbung gegen "toxische Männlichkeit" unter Beschuss

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Mit einer Rasierer-Werbung, die die "#Metoo"-Bewegung als Thema aufgreift, löst Gillette einen Shitstorm aus.

Gillette, ein Weltmarktführer im Bereich von Rasierzubehör, wird nach einer "#Metoo"-Werbekampagne von Männerrechtsaktivisten und rechtsgerichteten Publikationen angegriffen. In dem knapp zweiminütigen Spot spielt das Unternehmen mit seinem englischen Slogan "The best a man can get" ("Das Beste, was ein Mann werden kann") und fragt stattdessen: "Ist dies das Beste, was ein Mann werden kann?". Dazu sieht man Bilder über Sexismus, Mobbing und "toxischer Männlichkeit", darunter versteht man das Zusammenwirken sozial-destruktiver Züge "echter, harter Männer".

Die Werbung zeigt auch, wie Männer intervenieren, um Kämpfe zwischen Buben zu stoppen und andere Männer davon abhalten, Frauen unangemessen auf der Straße anzusprechen. "Nur wenn wir uns selbst herausfordern, mehr zu tun, können wir unserem Besten näher kommen. Das Richtige zu sagen, richtig zu handeln. Wir ergreifen Maßnahmen unter thebestmencanbe.org. Begleiten Sie uns", ruft das Unternehmen via Youtube auf.

Der Werbeclip traf mit der Botschaft den Nerv einiger Männerrechtsaktivisten und löste eine Debatte und viel Kritik aus. In über 50.000 Kommentaren ergossen sich binnen kürzester Zeit Beleidigungen und Boykottaufrufe im Netz. Das rechtsextreme Magazin "The New American" griff die Werbebotschaft an und sagte, es spiegele "viele falsche Vermutungen wider" und ergänzte: "Männer sind das wildere Geschlecht, das für ihre Gefährlichkeit - aber auch für ihre Dynamik - verantwortlich ist." Andere lobten den Werbespot. Die Gegenreaktion habe deutlich gezeigt, wie notwendig eine Kampagne gegen "giftige Männlichkeit" ist.

Vertreter der selbsternannten Männerrechtler sind davon überzeugt, dass die "Diktatur des Genderismus" Männer unterdrücke. Die Bewegung - die im Unterschied zur profeministischen Männerbewegung eine frauenfeindliche Position vertritt - entstand in den 1970er Jahren in den USA, initiiert von Vätern, die sich beim Sorge- und Scheidungsrecht benachteiligt fühlten.