Hälfte der Österreicher fürchtet sich vor dem Islam

Jeder zweite oesterreicher fuerchtet
Symbolbild: Christentum und Islam(c) AP (MICHAEL PROBST)

Einer Umfrage zufolge halten 54 Prozent den Islam für eine Bedrohung. Drei Viertel glauben, dass er nicht mit westlichen Werten vereinbar ist. Islamische Gesellschaften gelten als strenggläubig, korrupt und rückständig.

Der Islam löst bei den Österreichern vor allem Angst aus: Einer Studie des Linzer Meinungsforschungsinstituts Imas zufolge sieht zumindest jeder Zweite den Islam als Bedrohung. Fast drei Viertel glauben nicht, dass er mit den westlichen Wertvorstellungen vereinbar ist. Für die Umfrage im Auftrag des Internationalen Institutes für Liberale Politik wurden Ende Jänner, Anfang Februar mehr als 1000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 16 Jahren befragt. "Die Presse" hat bereits im Februar exklusiv über die ersten Ergebnisse der Studie berichtet.

Die Formulierung "Der Islam stellt eine Bedrohung für den Westen und unsere gewohnte Lebensweise dar" hielten 54 Prozent der Befragten für richtig. 19 Prozent hielten sie für falsch, 27 Prozent waren unentschieden beziehungsweise gaben kein Urteil ab. Das Gefühl der Bedrohung ist besonders bei Österreichern über 50, Personen mit mittleren Bildung und bei Landbewohnern verbreitet.

"Spielregeln" nicht genügend respektiert

72 Prozent der Befragten beklagen sich zudem darüber, dass sich die zugewanderten Muslime der Lebensweise und den "Spielregeln" in Österreich nicht genügend anpassen. 71 Prozent aller Befragten erklären, dass der Islam mit den westlichen Vorstellungen von Demokratie, Freiheit und Toleranz nicht vereinbar sei. Nur jeweils zehn Prozent widersprechen diesen Ansichten.

Nur vier Prozent der Befragten wäre es recht, wenn ein enges Familienmitglied einen Moslem heiraten würde. Bei drei Prozent der Befragten ist das allerdings schon der Fall, überdurchschnittlich häufig übrigens in Wien. Auch die Akzeptanz von Minaretten in Österreich wurde abgefragt. Ergebnis: 59 Prozent sind "eher dagegen". 51 Prozent finden, dass der Bau von Moscheen und das Tragen islamischer Kopftücher überhaupt verboten sein sollte.

Unterschiedliches Image

In weiterer Folge fragten die Meinungsforscher anhand einer Liste nach den typischen Merkmalen eines Landes mit westlich-christlicher Prägung und einem östlichen Land mit islamischer Religion. Österreich - stellvertretend für ein Land mit christlicher Tradition - wurden dabei vor allem gute Schulen und Universitäten, Wohlstand für den Großteil der Bevölkerung, Demokratie, Fortschrittlichkeit sowie Persönlichkeitsrechte und viel Freiheit für die Bürger zugeschrieben. Es folgten unter anderem Gleichheit vor dem Gesetz, Lebensfreude, harter wirtschaftlicher Wettbewerb, Toleranz gegenüber Andersgläubigen sowie Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe.

Diese Anzeichen sind nach Ansicht der Österreicher in einem islamischen Land nicht zu sehen. Hingegen werden als besonders charakteristisch unterschiedliche Rechte der Geschlechter, Sittenstrenge, Rückständigkeit, Unduldsamkeit gegenüber Andersdenkenden, eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich, große Gläubigkeit, aber auch Korruption angesehen.