Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Studie: In der EU fließen 825 Mrd. Euro schwarz

In der EU fließen 825 Mrd. Euro schwarz.
In der EU fließen 825 Mrd. Euro schwarz.APA
  • Drucken

Eine Studie berechnete hinterzogene Steuern in der EU. Steuervermeidung ist „substanziell“ kleiner.

Brüssel. Eine von den Sozialdemokraten im EU-Parlament präsentierte Studie schätzt das Ausmaß der Steuerhinterziehung in der EU auf jährlich 825 Mrd. Euro. Grundlage der am Mittwoch vorgelegten Studie des britischen Ökonomen Richard Murphy sind die jüngsten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2015 anhand von Daten der EU, des IWF und anderer Studien.

Steuerhinterziehung sei „substanziell größer“ als Steuervermeidung, sagte Murphy. Während die Hinterziehung von Steuern illegal und großteils auf Schattenwirtschaft zurückzuführen sei, würden bei der Vermeidung von Steuern meist legale Schlupflöcher genutzt, die so nicht vorgesehen seien. Die für die Steuerlücke oft verantwortlich gemachten multinationalen Konzerne würden eher Steuervermeidung betreiben, da sie es sich nicht leisten könnten, Einkünfte nicht zu deklarieren. So verschieben Konzerne häufig Gewinne in Länder mit niedrigen Unternehmenssteuern. Das jährliche Ausmaß der Steuervermeidung schätzt Murphy auf 50 bis 190 Mrd. Euro.

Der Vorsitzende der Demokraten im EU-Parlament, Udo Bullmann, forderte, dass der effektive Steuersatz von Firmen im EU-Schnitt von derzeit geschätzten 15 Prozent auf mindestens 18 Prozent angehoben wird. Außerdem müsse jedes EU-Land verpflichtet werden, seine Steuerlücke zu schätzen. Zudem sollten auch EU-Staaten auf die schwarze Liste von Steueroasen gesetzt werden.

Murphy zufolge ging das Ausmaß der Steuerhinterziehung 2015 in der EU gegenüber 2012 zwischen 11,8 Prozent und 16,1 Prozent zurück. Für Österreich schätzt die Studie die Steuerlücke im Jahr 2015 auf 12,9 Mrd. Euro. Spitzenreiter in der EU ist Italien mit 190,9 Mrd. Euro, gefolgt von Deutschland mit 125,1 Mrd. Euro. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2019)