Song Contest: Paenda singt für Österreich

Screenshot aus dem offiziellen Video zu "Paper-thin".
Screenshot aus dem offiziellen Video zu "Paper-thin".(c) Screenshot

Mehr FM4 als Ö3: Die 31-jährige Elektropopsängerin Paenda vertritt Österreich beim 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv.

Auf der großen Bühne des 64. Eurovision Song Contest wird heuer im Mai die Wiener Elektropopsängerin Paenda (gesprochen etwa: Pända) stehen. Sie vertritt Österreich in Tel Aviv mit ihrem Song "Limits", der allerdings noch nicht veröffentlicht wurde. Ausgewählt wurde Paenda von einem Team aus Musikexperten rund um Eberhard Forcher, eine Castingshow fand auch heuer - wie in den beiden Vorjahren - nicht statt. Die Girlband Hyäne Fischer kam mit ihrer Bewerbung nicht weiter.

Paendas Eckdaten sind soweit bekannt: Die Musikerin ist 31 Jahre alt, stammt ursprünglich aus Deutschlandsberg und trägt den bürgerlichen Namen Gabriela Horn. Wie sie auf den Künstlernamen Paenda (bei dem übrigens a und e zusammengezogen sind) kam? "Wenn ich in der Früh aufstehe, schaue ich einfach aus wie ein Panda", erzählte sie im Ö3-Wecker. Panda als Künstlername sei aber - vor allem bei der Suche im Web - ein wenig irreführend, daher das e im Namen.

Paenda ist eine erfahrene Musikerin, bisher durchaus mit Ecken und Kanten, keine prototypische ESC-Kandidatin. Sie schreibt ihre Texte selbst, komponiert, spielt und arrangiert für die Aufnahmen alle Instrumente in ihrem Heimstudio. Ihr zweites Album "Evolution II" wird im April erscheinen, darauf findet sich auch "Limits", das sie nicht speziell für den ESC schrieb. Die Frage, ob der Song für den poplastigen Bewerb geglättet wurde, liegt also nahe. Die Antwort im APA-Interview: Ihr zweites Album sei "insgesamt sehr viel zugänglicher, poppiger, geradliniger" als ihr erstes, sagt Paenda. "Das war von mir bewusst gewollt - nicht nur aus Businessgründen, sondern einfach, weil ich einmal etwas Leichter-Zugänglicheres schreiben wollte. Es ist nicht so verkopft wie mein Debütalbum. Ich habe versucht, es mehr fließen zu lassen."

Der Song: Eine "atmosphärisch aufgeladene Electronic-Pop-Ballade"

Die 31-Jährige zog mit Anfang 20 nach Wien, hat ein abgeschlossenes Jazz- und Popgesangsstudium und trägt die Haare gerne bunt. Anfangs  versuchte sie sich in mehreren Bandprojekten, 2015 entschied sie sich für den Solopfad. Auf die ersten Singles "Waves" und "Good Girl" folgte im Februar 2018 das Debütalbum "Evolution I", dem Ende April nun der Zweitling "Evolution II" folgen soll. Darauf wird sich auch der ESC-Beitrag "Limits" finden; versprochen wird eine "atmosphärisch aufgeladene Electronic-Pop-Ballade".

Erst in den kommenden Wochen will der ORF den Song für den Song Contest veröffentlichen, wer aber einen musikalischen Eindruck von Paenda bekommen möchte, kann sich etwa "Paper-thin" anhören, das auch am Debütalbum zu finden ist:

"Mit Paenda setzen wir in Tel Aviv ein ausdrucksstarkes Zeichen für das moderne, kraftvolle Musikland Österreich", freute sich am Dienstag ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner über die Wahl: "Es sind ihre eigenen Emotionen, Erfahrungen und ihre Seele, die sie zum Ausdruck bringt und mit denen sie das Publikum in ihren Bann ziehen wird."

Seit dem gestrigen Abend steht auch fest, dass Paenda am 16. Mai für Österreich im 2. Halbfinale des größten Musikwettbewerbs der Welt singen wird. Der steht nach dem Sieg von Netta Barzilai mit "Toy" im Vorjahr in Lissabon heuer in Tel Aviv im Zeichen dreier Dreiecke, die gemeinsam einen Stern bilden. Dieses zwischen Hollywoods Walk-of-Fame und Davidstern angesiedelte Logo wird begleitet vom Motto "Dare to Dream" ("Das Träumen wagen"). Dieses Mal versammeln sich unter diesen Tagline insgesamt 42 Länder im Expo Centre der Hafenstadt, wobei die beiden Halbfinals am 14. und 16. Mai über die Bühne gehen, das große Finale am 18. Mai.

Paenda.
Paenda.(c) APA

(rovi/APA)