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Österreich

Aufsichtsräte: Wie viel sind sie wert?

Friedrich Rödler
Friedrich Rödler zählt zu den bestbezahlten Chef-Kontrolloren in Österreich.Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Gagen österreichischer Aufsichtsräte sind vergleichsweise niedrig. Das finden nicht nur die Aufsichtsräte selbst. Doch woran soll sich ihre Vergütung bemessen?

Die Anforderungen an Aufsichtsräte sind seit der Finanzkrise massiv gestiegen. Zurecht, manche von ihnen nahmen ihre Aufgaben davor allzu locker. Die Reihen der Frühstücksdirektoren haben sich also gelichtet, die Nachfrage nach fähigen Aufsehern ist groß. Mittlerweile suchen börsenotierte Unternehmen, aber vor allem Finanzdienstleister händeringend Kandidaten, die nicht nur fähig und fit & proper sind, sondern auch so unabhängig, wie das die Europäische Bankenaufsichtsbehörde, die nationalen Gesetze und die Finanzmarktaufsicht verlangen. Keine leichte Übung.

Erschwerend kommt hinzu, dass jene Wenigen, die dafür in Frage kommen, nicht für so eine Funktion zu haben sind, wenn sie nicht gut dafür bezahlt werden. Derzeit sind sie das hierzulande (noch) nicht.

Sparen an falscher Stelle

Das ergab auch 2018 eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum. Das Fazit der Auswertung: Während die Aufgaben der Aufsichtsräte in den vergangenen Jahren immer komplexer und zeitaufwendiger wurden, blieb die Höhe ihrer Vergütung eher konstant. Sie liegt im Schnitt unter jener, die deutsche Aufsichtsräte kassieren. Allerdings: In den kommenden Jahren werden die Gagen sowohl bei Großunternehmen als auch im Mittelstand ansteigen, sagen die Studienautoren. Ein Trend, der schon in den vergangenen Jahren bei börsenotierten AGs in Deutschland und Österreich festzustellen war. „Ein Großaktionär tut gut daran, seine Aufsichtsratsmitglieder ordentlich zu bezahlen“, sagt Susanne Kalss, Professorin am Institut für Unternehmensrecht an der WU-Wien. „Schließlich verlangt er von ihnen auch qualifizierte Arbeit.“