(Masken-)Ballfieber von Wien bis New York

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Performance im Wien Museum, Walzer in Diplomatischer Akademie und in den USA.

Wien. So rauschhaft kann es bei der tatsächlichen Eröffnung des Wien Museums 1959 nicht zugegangen sein: Die Performancegruppe Nesterval ließ – anlässlich der Schließung des Museums zur lange fälligen Sanierung – den einstigen Festakt Revue passieren, allerdings sehr frei inszeniert als Mix aus Maskenball, Spiel und Theater, mit Motiven aus Schnitzlers „Traumnovelle", Stanley Kubricks Film „Eyes Wide Shut" und der Serie „Babylon Berlin".

Und da in einem Traumsetting alles möglich ist, ließ man auch allerlei verstorbene Wiener Persönlichkeiten, die in Museumsobjekten weiterleben, durch Schauspielerhilfe wieder auferstehen: Figuren von Johann Strauss bis Emilie Flöge führten durch die Räume, das maskierte Publikum in Abendkleidung folgte fasziniert. Stimmlich begleitet wurde das Festbankett vom Wiener Schmusechor. Das Wien Museum schließt damit ab heute, Montag, seine Tore – auf vorerst unbestimmte Zeit.

Ohne Maske, aber im Balloutfit traf man sich am Samstag indessen in den Räumlichkeiten der Diplomatischen Akademie Wien. Da feierten nicht nur künftige Diplomaten, sondern auch ein paar etablierte: Neben Direktor Emil Brix (ehemals Botschafter in London und Moskau) etwa Gerhard Putman-Cramer (Versammlung der Parlamentarier des Mittelmeeres bei den UN) und Brigitte Brenner, die den EU- und Internationalen Dienst im Parlament leitet. Unter den Ehrengästen waren auch Andreas Kumin, designierter österreichischer Richter am EuGH, und Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser; alle Erlöse gingen an die Katastrophenhilfe der Diakonie.

Ballfieber herrschte am Freitag auch in New York beim Viennese Opera Ball, dieses Jahr im Zeichen Joseph Haydns und unter der künstlerischen Leitung von Daniel Serafin. Unter den Gästen waren freilich nicht nur New Yorker, sondern auch zahlreiche prominente Österreicher: von Unternehmerin Ingrid Flick über ORF-Korrespondentin Hannelore Veit, die Leiterin des jüdischen Museums Wien Danielle Spera und den Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner bis zu Gastrounternehmer Martin Ho. (kanu/red.)