53. Super Bowl: Das halbe Titel-Dutzend der Patrioten

Konfettiregen in Atlanta, New England gewann den 53. Super Bowl.
Konfettiregen in Atlanta, New England gewann den 53. Super Bowl.(c) Reuters

Die New England Patriots gewannen das Finalspiel gegen die LA Rams mit 13:3. Die Erfolgsserie von Star Tom Brady mit sechs Siegen überstrahlt den Negativrekord, der 41-jährige Spielmacher setzt seine Karriere fort.

Atlanta. Tom Brady hat mit seinem sechsten Super-Bowl-Triumph für eine neue Rekordmarke in der National Football League gesorgt. Mit dem 13:3-Erfolg gegen die heillos überforderten Los Angeles Rams im punkteärmsten Finale der modernen NFL-Geschichte kehrten der Star-Quarterback und seine New England Patriots auf den Football-Thron zurück.

„Was für ein unglaubliches Jahr“, schwärmte Brady, nachdem er sein Team als erster Quarterback überhaupt zum sechsten Super-Bowl-Titel geführt hatte. „Das wird wahrscheinlich erst in sehr, sehr langer Zeit so richtig bei mir ankommen.“ Breit grinsend trug Brady dann die Vince-Lombardi-Trophäe nach dem zähen Endspiel in die Kabine der Patriots. Und Team-Besitzer Robert Kraft verteilte in den Katakomben an ausnahmslos jeden dicke Zigarren.

Nur Minuten nach dem Triumph musste sich der 41-Jährige schon wieder der Frage stellen, ob er – wie angekündigt – weitermachen will. „Schau dir das an“, antwortete Brady auf der Bühne des Mercedes-Benz Stadiums und zeigte in Richtung der Patriots-Fans. „Wie kann dich das nicht motivieren?“, fragte der Ehemann von Supermodel Gisele Bündchen.

 

Defensive als Masterplan

Mit dem sechsten Titelgewinn zogen die Patriots mit Super-Bowl-Rekordsieger Pittsburgh Steelers gleich. Bevor heute die traditionelle Siegesparade in Boston steigt, zeigten sich die in weiten Teilen der USA verhassten Patriots erleichtert über den Beweis der alten Stärke. „Es gibt eine Konstante in den vergangenen 18 Jahren. Zwei Männer haben das Beste geschafft, was jemals erreicht wurde: Bill Belichick und Tom Brady“, lobte Kraft. Mit einem defensiven Meisterplan entzauberten Belichick das Angriffsspiel der Rams.

Die Rams verpassten somit ihren zweiten Super-Bowl-Triumph nach 2000, als sie noch in St. Louis angesiedelt waren. Mit 20:17 gegen die Rams hatte Brady zudem vor 17 Jahren seinen ersten Super-Bowl-Sieg errungen. Nun stellten beide Teams mit insgesamt 16 Punkten einen Scoring-Negativrekord auf.

Nervenstark wie schon so oft führte Brady die Patriots im letzten Viertel mit vier perfekten Würfen übers Feld. Als wertvollster Spieler wurde aber der 32-jährige Wide Receiver Julian Edelman ausgezeichnet, der zehn Pässe von Brady für einen Raumgewinn von 141 Yards gefangen hatte. Für den Quarterback selbst hatte die Partie schließlich auch denkbar schlecht angefangen. Gleich sein erster Pass wurde von Rams-Verteidiger Cory Littleton abgefangen. Für Brady war es erst die sechste Interception bei seiner neunten Super-Bowl-Teilnahme.

 

Den Arm gebrochen

Kurz nach der wenig spektakulären Halbzeitshow mit der Popband Maroon 5 als Top-Act verloren die Patriots auch noch einen Verteidiger: Patrick Chung brach sich den Arm. Bei den Feierlichkeiten ließ sich der Patriots-Verteidiger davon nicht aufhalten. Der gebrochene rechte Arm hing in einer schwarzen Schlaufe, mit der linken Hand stemmte der 31-Jährige die Trophäe: „Ich kann doch nicht in einem Wagen rausfahren . . .“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2019)