Venezuelas Regime blockiert Hilfslieferungen für das Volk

(c) APA/AFP/RAUL ARBOLEDA (RAUL ARBOLEDA)

Venezuelas selbsternannter Präsident Juan Guaidó ruft zu einem Ende der Blockade auf. Staatschef Nicolás Madura macht die US-Sanktionen für die Versorgunsengpässe verantwortlich.

Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident Juan Guaidó hat das Militär aufgerufen, internationale Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Guaidó bezeichnete die Blockade einer Brücke an der Grenze zu Kolumbien am Mittwoch als "absurde Reaktion eines Regimes, das sich nicht für die Bürger interessiert".

Er wolle alles unternehmen, damit die Hilfe doch nach Venezuela gelange. Die Streitkräfte, die hinter Staatschef Nicolás Maduro stehen, befänden sich in einem "Dilemma", sagte Guaidó.

Auch US-Außenminister Mike Pompeo rief Maduro und das venezolanische Militär auf, die geplanten Hilfslieferungen passieren zu lassen. Das "Maduro-Regime" müsse dafür sorgen, dass die Hilfe das "verhungernde Volk" erreiche, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Zuvor war die Tienditas-Brücke zwischen den Nachbarstaaten Venezuela und Kolumbien mit Containern und einem Tankanhänger blockiert worden.

In Venezuela herrscht als Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise ein extremer Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Nach Angaben Guaidós sind bis zu 300.000 Menschen in dem Land vom Tod bedroht.

Maduro lehnt Hilfslieferungen aus dem Ausland ab - er bezeichnet sie als Vorwand, um den Boden für eine von den USA angeführte Militärinvasion zu bereiten. "Das ist eine billige Show", sagte der Linksnationalist am Mittwoch. "Venezuela ist kein Land von Bettlern." Er machte die US-Sanktionen für die Versorgungsengpässe verantwortlich.

In Venezuela herrscht seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Staatschef Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaidó, der sich am 23. Jänner zum Übergangspräsidenten ausrief. Mittlerweile haben sich rund 40 Länder hinter Guaidó gestellt, unter ihnen die USA, Deutschland und weitere EU-Staaten sowie eine Reihe südamerikanischer Länder.

(APA/AFP)