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US-Rückzug aus Nahem Osten befeuert neue Aufrüstung

Sieben der zehn Länder mit den weltweit höchsten Rüstungsausgaben liegen demnach heute im Nahen Osten.APA/AFP

Während die USA ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zurück fahren, hat sich das Volumen der Waffenkäufe in der Region seit 2013 verdoppelt. Spitzenreiter ist der Iran.

Der angekündigte US-Truppenabzug aus Syrien ist nur die jüngste Manifestation eines langfristigen Trends: Seit 2008 ist die Militärpräsenz der USA im Nahen Osten rapide gesunken. Und diese Entwicklung gehe mit einer Aufrüstung der Staaten in der Region einher, berichtete die deutsche "Welt" am Montag. Das Blatt bezieht sich auf den aktuellen "Munich Security Report", der jährlich vor der Münchner Sicherheitskonferenz, dem größten Expertentreffen zum Thema Sicherheitspolitik weltweit, veröffentlicht wird.

Demnach habe sich das Volumen der Waffenkäufe im Nahen Osten seit 2013 im Vergleich zu den vorhergehenden fünf Jahren verdoppelt. Im gleichen Zeitraum habe sich die Präsenz amerikanischer Truppen in der Region erheblich verringert.

Sieben der zehn Länder mit den weltweit höchsten Rüstungsausgaben liegen demnach heute im Nahen Osten. Darunter etwa Saudiarabien, die Türkei, Israel und Kuwait - allesamt Verbündete des Westens. US-Präsident Donald Trump versucht seit seinem Amtsantritt, regionale Alliierte mehr in die Pflicht zu nehmen. Das vorrangige Ziel: Der Einfluss des Iran in der Region soll eingedämmt werden.

Iran ist Konkurrenten überlegen

Denn das Mullah-Regime sei seinen Konkurrenten in der Region an Truppenstärke, Zahl der Panzer und der U-Boote deutlich überlegen, schreibt die "Welt". Doch die USA versuchten über Waffenlieferungen sicherzustellen, dass seine Verbündeten über die technisch überlegenen Waffen verfügten.

Laut Daten von Jane"s Markets Forecast im Münchner Bericht seien im Zeitraum 2014 bis 2018 rund 53 Prozent der Rüstungsgüter für den Nahen Osten aus den USA gekommen. Frankreich lag mit elf Prozent und Großbritannien mit zehn Prozent weit dahinter.

>>> Bericht in der "Welt".

(APA/dpa/red.)