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Klassik

Fortsetzung einer Erfolgsstory: „Porgy“ am Währinger Gürtel

Melba Ramos und Lester Lynch.
Melba Ramos und Lester Lynch.(c) Barbara Pálffy/Volksoper Wien
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KritikVolksoper. Jubel für „Porgy and Bess“ konzertant – mit der sensiblen Melba Ramos und einem urgewaltigen Morris Robinson in den Titelpartien.

„Porgy and Bess“: Das ist eines der größten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts und die amerikanische Volksoper schlechthin. Dvořák war noch in einen rassistischen Shitstorm geraten, als er festgestellt hatte, eine eigenständige US-Kunstmusik sei zweifellos aus Spirituals und Ragtime zu entwickeln. Erst eine Generation später gelang dem genialen George Gershwin der Nachweis, wie gut sich Jazzelemente mit Leitmotiven vertragen und als Basis einer Nationaloper voller Hits taugen, in der noch dazu die ausgegrenzten Schwarzen im Zentrum stehen.

Die Volksoper und „Porgy and Bess“: Das bedeutet zwei Meilensteine der Operngeschichte. 1952 machte am Gürtel die erste authentische US-Produktion des Werks in Europa Station – mit der 25-jährigen Leontyne Price und ihrem damaligen Ehemann William Warfield. Dem durchschlagenden Erfolg antwortete auf Betreiben Marcel Prawys 1965 die erste Volksopern-Eigenproduktion. Diesmal mit Olive Moorefield – denn Price, mittlerweile längst als Aida, Donna Anna oder Leonora gefeiert, war zwei Jahre zuvor nur noch ausnahmsweise im Studio für einen (berühmt gewordenen) Querschnitt zur Bess zurückgekehrt. Dass sich damals zwar Chor und Orchester des Hauses wohlpräpariert der Herausforderung durch die komplexe Partitur stellten, aber der Rest der Besetzung nicht etwa aus dem Ensemble kam, sondern in internationalen Castings ermittelt und das Ganze von einem Met- und Broadway-erprobten Leading Team in Szene gesetzt wurde, entsprach nicht nur Gershwins Wunsch nach schwarzen Darstellern, sondern brachte auch erstmals Spezialistenstandards auf eine Wiener Opernbühne – und entsprechenden Jubel.