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Bundesliga: Rapid benötigt ausgerechnet Austrias Hilfe

FUSSBALL TIPICO BUNDESLIGA / GRUNDDURCHGANG: SV MATTERSBURG UND SK RAPID WIEN
APA/HERBERT P. OCZERET
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Nach dem 1:2 in Mattersburg rückt die Meistergruppe der Top 6 für Rapid in weite Ferne. Die Hütteldorfer benötigen nun ausgerechnet Austrias Hilfe – doch die Violetten taumeln.

Die vorletzte Runde der Bundesliga hat am Sonntag teilweise überraschende Ergebnisse gebracht und damit für eine kleine Vorentscheidung im Kampf um die Plätze in der Meistergruppe gesorgt. Rapid verlor in Mattersburg mit 1:2 und hat vor der letzten Grunddurchgangs-Runde kommenden Sonntag nur noch geringe Chancen auf einen Platz unter den Top sechs.

Den auf Platz sieben liegenden Hütteldorfern fehlen zwei Punkte auf den Sechsten Sturm Graz. Außerdem weisen sie das um fünf Treffer schlechtere Torverhältnis als die Steirer auf, die bei Tabellenführer Salzburg ein 0:0 erspielten. Rapid trifft zum Abschluss in Wien auf Hartberg. Sturm empfängt Rapids Erzrivalen Austria, der trotz einer 1:3-Heimniederlage gegen das vormalige Schlusslicht Altach nicht mehr aus der Meistergruppe zu verdrängen ist. Auch St. Pölten hat seinen Platz in den Top sechs fixiert, trotz einer 2:3-Pleite bei der Admira. Für Austria und St. Pölten eine paradoxe Situation.

Noch zittern muss hingegen der WAC. Die Kärntner liegen als Tabellenfünfter nach einem 1:1 in Hartberg drei Punkte und zwei Tore vor Rapid. Theoretische Chancen auf die Top sechs haben auch noch die mit Rapid punktegleichen Mattersburger, die allerdings eine weitaus schlechtere Tordifferenz als die direkten Konkurrenten aufweisen, sowie die einen Punkt dahinter liegenden Hartberger.

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer bilanzierte nach dem 1:2 naturgemäß negativ. „Wir waren nicht so aggressiv, wie wir es sein hätten müssen“, erklärte der gebürtige Burgenländer, dem vor allem „in der ersten Halbzeit einiges gefehlt hat.“ In der zweiten Halbzeit sah Kühbauer eine Steigerung seiner Mannschaft. „Da waren wir besser.“ Um doch noch den Sprung in die Meistergruppe zu schaffen, benötigt es laut Kühbauer „ein sehr gutes Spiel gegen Hartberg“ – und Schützenhilfe der Austria, die jedoch gegen Altach eine sportliche Bankrotterklärung abgab.

Austria am Boden

Niemand am Verteilerkreis konnte sich an diesem Sonntagabend über die Fixierung der Teilnahme an der Meistergruppe freuen, weil die Austria selbst im Spiel gegen den Tabellenletzten – wieder einmal – ein erschreckendes Bild abgab. „Letsch raus“-Rufe ertönten nicht zum ersten Mal in dieser Saison, so laut und deutlich waren sie aber zuvor noch nie zu hören.

Auch der Trainer selbst, Thomas Letsch, hatte diese Rufe vernommen, er sagte: „Das ist doch völlig normal.“ Zur traurigen Normalität sind mittlerweile blutleere und uninspirierte Auftritte der Violetten geworden. Gegen Altach versagte die Mannschaft im Kollektiv, das sah auch Letsch so. „Das war ein katastrophaler Auftritt. Ich kann mich nur bei allen im Stadion entschuldigen. Heute haben wir selbst die Basics im Fußball nicht auf den Platz gebracht, waren von Anfang an zu passiv, nicht mutig.“ Letsch sah, dass „einzelne Spieler den Ball nicht wollten.“
Es scheint, als hätte die Austria mittlerweile Angst davor, Fußball zu spielen, den Ball zu verlieren. Es regiert die totale Verunsicherung, obwohl am vergangenen Wochenende Hartberg noch mit 4:2 bezwungen werden konnte. „Im Moment ist das nicht richtig erklärbar für mich“, meinte Letsch.

Sportdirektor Ralf Muhr aber fordert rasch Antworten, auch er war fassungslos. „Diese Leistung ist nicht zu übertreffen, sie war unter jeder Kritik, katastrophal.“ Die Ära Letsch, sie könnte nun tatsächlich rasch zu Ende gehen. Muhr: „Dieses unentschuldbare Auftreten wird sicherlich Konsequenzen haben. Ich hinterfrage alle sportlichen Abläufe.“ (cg/ag.)