Neuseeländer setzen sich aus Solidarität Kopftücher auf

Eine neuseeländische Polizistin während der Begräbnisfeierlichkeiten für die Terroropfer von Christchurch
Eine neuseeländische Polizistin während der Begräbnisfeierlichkeiten für die Terroropfer von ChristchurchREUTERS

Nach dem Mord an 50 Menschen beim rechtsextremen Terroranschlag auf Moscheen in Christchurch zeigt das Land Unterstützung für seine muslimische Gemeinschaft.

"Headscarf for Harmony" - "Kopftuch für Harmonie", heißt die Initiative, mit der Neuseeländer ihre Unterstützung für die muslimische Gemeinschaft in ihrem Land zeigen wollen. Die Initiative hat dazu aufgerufen, am Freitag als Zeichen der Solidarität Kopftücher aufzusetzen. Das berichtet der "Spiegel online". Er zitiert auch Thaya Ashman, eine der Organisatorinnen, mit den Worten: "Es ist eine einfache Einladung an ganz Neuseeland, um unsere Unterstützung zu zeigen, aber auch um unsere Trauer als Neuseeländer anzuerkennen."

An diesem Freitag will ganz Neuseeland zur Tatzeit mit zwei Schweigeminuten der Opfer des Terroranschlags von vergangener Woche gedenken. Das Attentat hatte am vergangenen Freitag gegen 13.40 Uhr in der Al-Nur-Moschee von Christchurch begonnen, wo sich gerade mehr als 300 Leute zum Freitagsgebet versammelt hatten. Allein dort erschoss der Täter 42 Menschen. Dann fuhr er zu einer weiteren Moschee, wo er nochmals acht Menschen ermordete.

Verbot von Sturmgewehren

Neuseeland will nach dem Anschlag Sturmgewehre und halbautomatische Waffen verbieten. Dies kündigte Premierministerin Jacinda Ardern am Donnerstag in Wellington an. Der Verkauf von solchen Waffen ist mit sofortiger Wirkung bereits nicht mehr erlaubt. Mit dem Verbot der Schusswaffen drückt Ardern aufs Tempo. Die Premierministerin hatte gleich nach der Tat eine Verschärfung der Waffengesetze angekündigt. Dies war allerdings erst später erwartet worden. Nach Schätzungen sind in Neuseeland mehr als 1,2 Millionen Schusswaffen im Umlauf. Wie viele davon halbautomatische Waffen sind, ist nicht bekannt. Wer solche Gewehre besitzt, muss sie nun zurückgeben, soll aber vom Staat Geld zurück erhalten. Für Neuseeländer, die sich solche Waffen illegal angeschafft haben und nun zurückgeben, soll es eine Amnestie geben. Verboten werden auch Zusatzteile, mit denen Gewehre aufgerüstet werden können.

(red./APA)

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