Außenpolitik

Algerien: „Haben Krieg noch nicht gewonnen“

Freude über den Rücktritt des Langzeitmachthabers. Algerische Demonstranten feierten in den Straßen.
Freude über den Rücktritt des Langzeitmachthabers. Algerische Demonstranten feierten in den Straßen.APA/AFP/RYAD KRAMDI

Die Demonstranten feiern den Rücktritt des Präsidenten Bouteflika. Sie haben aber nur in einer ersten Schlacht gesiegt. Das Regime sucht nach einem neuen Autokraten.

Tanger/Algier. Präsident Abdelaziz Bouteflika saß wie üblich im Rollstuhl, trug aber diesmal keinen dunklen Anzug mit Krawatte, sondern einen traditionellen Kaftan. Nur mühsam konnte der kranke 82-Jährige mit zittrigen Händen seine Rücktrittserklärung vom Tisch nehmen und sie Tayeb Belaiz, dem Vorsitzenden des Verfassungsrats, überreichen. Algeriens Staatsfernsehen zeigte die Bilder der letzten Amtshandlung Bouteflikas, der das Land 20 Jahre lang mit eiserner Hand regiert hatte. Es war der Moment, auf den Millionen Algerier so sehnsüchtig gewartet hatten. Seit mehr als einem Monat waren sie jeden Freitag auf die Straße gegangen, um den Rücktritt Bouteflikas zu erzwingen, der seit einem Schlaganfall 2013 nicht mehr gehen und sprechen kann.