Polizei legt mutmaßlichem Christchurch-Täter 50-fachen Mord zur Last

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Der 28-jährige mutmaßliche Attentäter muss sich wegen 50-fachen Morden sowie versuchten Mordes in 39 Fällen vor Gericht verantworten.

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch soll sich wegen 50-fachen Mordes vor Gericht verantworten müssen. Dies teilte die Polizei knapp drei Wochen nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Großstadt am Donnerstag mit. Gegen den 28 Jahre alten Rechtsextremisten aus Australien soll an diesem Freitag zudem Anklage wegen versuchten Mordes in 39 Fällen erhoben werden.

Bei einer Verurteilung droht dem 28-Jährigen lebenslange Haft. Der ehemalige Fitness-Lehrer Brenton Tarrant soll dazu vor einem Richter in Christchurch selbst Stellung nehmen. Dazu wird er allerdings nicht persönlich erscheinen, sondern per Videoschaltung aus einem Hochsicherheitsgefängnis befragt. 

Der Australier will sich nach Aussagen seines bisherigen Pflichtverteidigers Richard Peters selbst vor Gericht verteidigen. Brenton habe den Anwalt von seinen Pflichten entbunden. Gegenüber Medien äußerte Peters die Vermutung, dass der 28-Jährige den Prozess als Plattform nutzen könnte, um "seine ziemlich extremen Ansichten" vor den Augen der Weltöffentlichkeit zur Schau zu stellen.

Der Australier hatte die Tat mit einer Helmkamera via Facebook-Live übertragen. Kurz zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben noch, ob weitere Anklagen erhoben werden. Sie sprach zudem von "Terror-Angriffen".

(APA/DPA)