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Invitational Chicago

Nach dem Ende der Messe in New York gründet die Nada im September eine Messe in Chicago. Die Kunstwelt ist auf der Suche nach neuen Standorten in den USA.

Es tut sich was am US-Kunstmarkt. New York war immer schon die unangefochtene Kunstmetropole der Welt. Die Big Player der Auktionshäuser veranstalten ihre Prestigeauktionen in Manhattan, die wichtigsten Galerien der Welt haben Räumlichkeiten hier, umschwärmt von Scharen von Künstlern, die ihr Glück in dieser Stadt versuchen, und auch die großen Messen setzen auf das kaufkräftige Publikum mit altem Geld, das New York bietet. Doch diese Stadt ist wahnsinnig teuer geworden. Mittlere und kleinere Galerien können sich die horrenden Mieten nicht mehr leisten, ganz zu schweigen von jungen Künstlern. Selbst Kunstmessen kämpfen mit dieser Situation. Heuer im März war das ein großes Thema bei der Armory Art Week. Die New Art Dealers Alliance, besser bekannt unter der Abkürzung Nada, die im Frühjahr zur Armory Week immer eine Messe in New York machte, hatte sich vergangenen August wegen der hohen Mieten und der unverlässlichen Situation am Immobilienmarkt, wie sie sagten, von New York verabschiedet. Stattdessen will man heuer im September eine neue Messe in Chicago parallel zur Expo Chicago und der Chicago Architecture Biennial veranstalten.

Boutique-Messe. Mit der Chicago Invitational, wie die Messe heißen soll, geht Nada in einen noch wenig gesättigten Markt, der vor allem kleineren und mittleren Galerien entgegenkommt. Chicago hat wichtige Kunstinstitutionen, eine lebendige Szene von alternativen und von Künstlern betriebenen Art Spaces und etablierte Sammler. Nur was den Kunstmarkt betrifft, ist die Stadt bisher ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Die Messe wird im Chicago Athletic Association Hotel stattfinden, das sich neben dem Art Institute of Chicago befindet, und sich über drei Stockwerke ziehen. Auf zwei Stockwerken werden klassische Messestände verfügbar sein. Daneben werden 13 Hotelzimmer bespielt. Je nach Budget können sich Aussteller für einen traditionellen Stand entscheiden oder sich ein Zimmer mit einer oder mehreren Galerien teilen. Insgesamt werden rund 40 Galerien Platz finden. Damit ist die Messe deutlich kleiner als die Nada in Miami.

Zuletzt haben kleinere Boutique-Messen an Popularität gewonnen. Und es entwickeln sich abseits von New York neue Kunstzentren. War es zur Jahrtausendwende Miami, das durch die Expansion der Art Basel zu einem Kunsthub wurde, oder Los Angeles, das heuer durch einen kleineren Ableger der Frieze in den Fokus der Kunstwelt rückte, die Branche schafft sich selbst neue Kunsthotspots, auch um langfristig überleben zu können.

eva.komarek@wirtschaftsblatt.at 

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2019)