Deutsche Telekom lobt 5G-Auktion in Österreich

CEO Tim Hoettges: Wir sehen überall im Konzern positive Entwicklungen
CEO Tim Hoettges: Wir sehen überall im Konzern positive EntwicklungenREUTERS

Die Magenta-Mutter Deutsche Telekom hat zu Jahresbeginn vor allem dank des boomenden US-Geschäfts operativ mehr verdient. Dass Milliarden für 5G-Frequenzen bezahlt werden müssen, sorgt aber für Unmut.

Der Chef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, hat die Bedingungen der bereits seit fast zwei Monaten laufenden deutschen Auktion um 5G-Mobilfunkfrequenzen scharf kritisiert. "Ich frage mich, ob es wirklich richtig war, dass 100 Megahertz für Unternehmen außerhalb der Telekombranche reserviert wurden", sagte der Manager am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Die Vergabe in Österreich lobte er.

Höttges wiederholte die Kritik, das für die Lizenzen zu zahlende Geld fehle letztlich beim Netzausbau. "Mit dem derzeit auf dem Tisch liegenden Geld hätten schon fast 50.000 Mobilfunkmasten in Deutschland gebaut werden können", sagte er. Besser gelaufen sei die Versteigerung in Österreich, wo sie nach drei Wochen vorbei gewesen und dem Konzern im Verhältnis auch deutlich günstiger gekommen sei. "Die Symbiose Politik und Unternehmen hat in Österreich hervorragend funktioniert."

Milliarden für Frequenzen

Direkt im Anschluss an die Lizenzversteigerung hatte der Chef der Österreich-Tochter T-Mobile (nun Magenta), Andreas Bierwirth, das heimische regionalisierte Auktionsdesign kritisiert, weil es zu einer Preistreiberei geführt habe. Den Preis von rund 57 Millionen Euro bezeichnete T-Mobile als "ordentliche Summe, die zurückverdient sein will", im europäischen Vergleich liege er im Mittelfeld. In Summe wurden in Österreich Ende Februar, Anfang März Mobilfunkfrequenzen für 188 Millionen Euro versteigert.

In Deutschland sei die Vergabe entgegen der Beteuerung von Politikern so ausgestaltet, dass der Staat möglichst hohe Einnahmen erziele, kritisierte Höttges. Würden weniger Frequenzbereiche für sogenannte regionale Campusnetze zurückgehalten, hätte die Auktion schon lange vorbei sein können. "Man hat hier ein Design gewählt, dass einem deutschen Weg entspricht", kritisierte er die Bietregeln.

Die Bundesnetzagentur hat für regionale Mobilfunknetze, die etwa von großen Konzernen betrieben werden, einen aus Sicht der Telekomkonzerne zu großen Teil des verfügbaren Frequenzspektrums reserviert. Derzeit herrscht bei der Frequenzauktion ein regelrechter Patt, es geht nur noch in Minischritten voran. Die Summe der Zahlungsverpflichtungen für die vier Teilnehmer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland und 1&1 Drillisch liegt aktuell bei fast 5,7 Milliarden Euro.

Die Deutsche Telekom werde trotz der Ausgangslage bei der Auktion weiter fleißig mitbieten und das Frequenzspektrum bekommen, dass sie brauche, fügte Höttges hinzu.

Die Magenta-Mutter Deutsche Telekom hat zu Jahresbeginn vor allem dank des boomenden US-Geschäfts operativ mehr verdient. Das um Sondereffekte und die neue Leasing-Bilanzierung bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im ersten Quartal um 8,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. Unter dem Strich belasteten bereits Kosten für die geplante milliardenschwere Übernahme des US-Mobilfunkrivalen Sprint. Der Nettogewinn ging um gut 9 Prozent auf 900 Millionen Euro zurück.

Neun Prozent mehr Umsatz

Der Konzernumsatz kletterte um knapp 9 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Dabei halfen der schwache Euro und die Zukäufe in Österreich und den Niederlanden. In Österreich übernahm T-Mobile den Kabelbetreiber UPC und nennt sich seit dieser Woche Magenta Telekom.

Magenta verzeichnete im ersten Quartal 2019 einen Umsatz von 306 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA wuchs um 78 Prozent und betrug 138 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen liegt ohne Berücksichtigung des ersteigerten 5G-Spektrums im ersten Quartal 2019 bei 42 Millionen Euro, dies stellt ein Plus der Investitionen von 32 Prozent im Quartalsvergleich dar. Durch die Integration von UPC ist das Ergebnis mit dem des Vorjahresquartals jedoch nicht vergleichbar.