Raumfahrt für die Börse

Der staatliche Schweizer Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Ruag will sich mit Zukäufen für einen Börsengang 2021 oder 2022 fit machen.
Der staatliche Schweizer Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Ruag will sich mit Zukäufen für einen Börsengang 2021 oder 2022 fit machen.REUTERS

Der Schweizer Konzern Ruag spaltet sich auf.

Zürich. Der staatliche Schweizer Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Ruag will sich mit Zukäufen für einen Börsengang 2021 oder 2022 fit machen. Das Unternehmen strebe Akquisitionen im Umfang von 500 Mio. Franken an, um seine Raumfahrtsparte auszubauen, sagte Firmenchef Urs Breitmeier. Die Raumfahrtindustrie habe sich in den vergangenen Jahren mit der Verlagerung vom staatlichen in den kommerziellen Bereich verändert und boome vor allem in den USA, wo Milliardäre wie Elon Musk und Jeff Bezos die Branche umwälzen. „Wenn du sie als Kunden willst, musst du dort sein“, so Breitmeier.

Morgan Stanley schätzt, dass die Raumfahrtindustrie 2040 weltweit Umsätze von mindestens 1,1 Billionen Dollar generieren könnte. Aktuell sind es 350 Mrd. Dollar. Die Schweizer Regierung hat im März die Privatisierung des Luft- und Raumfahrtgeschäfts angekündigt. Der Bereich, der etwa Bauteile für Airbus-Flugzeuge oder die Ariane-Raketen herstellt, trug im Vorjahr mehr als die Hälfte zum Umsatz von zwei Mrd. Franken bei. Teile des Rüstungsgeschäfts, die Wartungs- und Instandhaltungsleistungen für die Armee erbringen, will der Staat behalten. Die restlichen Rüstungsaktivitäten sollen vor dem Börsengang verkauft werden, betonte Breitmeier.

Nach Reuters-Schätzungen könnte die Ruag, die eine große Tochter in Österreich hat, beim Börsengang in der Schweiz auf eine Kapitalisierung von rund einer Mrd. Franken kommen. (Reuters)