Pläne für Berliner Mietpreisdeckel verängstigen Anleger

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Berliner protestieren gegen hohe Mietenimago images / Müller-Stauffenbe

Die Sorge vor einem Verbot von Mietsteigerungen in der deutschen Bundeshauptstadt hat einen Kursrutsch ausgelöst.

Die Pläne für einen "Mietendeckel" in Berlin lassen die Aktienkurse von Immobilienkonzernen absacken. Die Sorge vor einem Verbot von Mietsteigerungen in der deutschen Bundeshauptstadt hatte am Vortag bereits einen Kursrutsch ausgelöst, der nun vor allem bei Unternehmen mit starkem Fokus auf Berliner Wohnungen weiter ging.

Allen voran sackten Deutsche Wohnen nach einer skeptischen Analystenstimme nochmals um knapp 7 Prozent ab auf den tiefsten Wert seit März 2018. Seit Mittwoch haben sie nun rund 13 Prozent verloren.

Der Konzern ist mit 112.000 Wohnungen der größte private Vermieter in Berlin und hatte seinen Aktionären erst vor wenigen Wochen höhere Gewinne durch steigende Mieten vorausgesagt. Im vergangenen Jahr war der Gewinn auf 1,9 Milliarden Euro gewachsen.

Auch andere Immobilienwerte standen am Freitag an der Börse unter Druck. Vonovia, Grand City, Aroundtown, LEG, Ado Properties und Adler Real Estate dominierten in ihren jeweiligen Indizes mit Verlusten die kurze Liste der Verlierer.

Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) will die Mieten für frei finanzierte Wohnungen in der Hauptstadt 2020 für fünf Jahre einfrieren. Eckpunkte für ein entsprechendes Landesgesetz sollen am 18. Juni im Senat beraten und voraussichtlich beschlossen werden. Es ist auch vorgesehen, überhöhte Mieten auf Antrag zu senken.

Immobilienverbände kritisierten das Vorhaben umgehend. Der Verband Haus und Grund warnte am Freitag, dass die Eigentümer nicht mehr in Häuser investierten, etwa in Aufzüge und Wärmedämmung.

 

(APA/dpa)