Das Wunder von Chopins Wiegenlied

Pianist Maurizio Pollini (Archivbild).
Pianist Maurizio Pollini (Archivbild).(c) imago/Xinhua (imago stock&people)

KritikViel Jubel für Maurizio Pollini mit Chopin, Schumann und Brahms im Wiener Musikverein.

Auch nach vier Jahrzehnten hat Maurizio Pollini die Neugier nicht verlassen. Das zeigte er auch am Dienstag im Musikverein. Selbst einem Stück, mit dem er sich seit vielen Jahren intensiv auseinandersetzt, kann er Neues, Überraschendes abgewinnen. In diesem Fall Chopins populärer Berceuse. Kann man sich erinnern, dieses Werk jemals in einer solch luziden Farbenpracht, so unmittelbar berührend und dennoch ohne jede Sentimentalität im Konzert gehört zu haben? Ein kleines Wunder an Klang, vor allem Atmosphäre, was Pollini da gelungen ist.