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Sonderschulen: Kritik an "praxisfremden Theoretikern"

Sehbehindertes Kind in L�becker Grundschule
(c) dpa (A3330 Wolfgang Langenstrassen)
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Für den Blindenverband ist die Forderung nach der Abschaffung von Sonderschulen unrealistisch. In "künstlich verordneten Integrationsklassen" würden behinderte Kinder auf der Strecke bleiben.

Verletzen die Sonderschulen die Menschenrechte? Der Monitoring-Ausschusses zur Überwachung der Rechte behinderter Menschen sagt Ja. Der österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband sieht das aber ganz anders und ist gegen eine generelle Abschaffung von Sonderschulen. Für blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder müsse es weiterhin eine "freie Wahlmöglichkeit" zwischen einem integrativen Schulplatz oder einer "Spezialschule" geben, forderte Verbands-Präsident Gerhard Höllerer. Er stellt sich damit gegen den Monitoringausschuss, der in Österreich die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung überwacht.

Höllerer verurteilt diese Forderung als "Wunschdenken einiger praxisfremder Theoretiker". Die UN-Behindertenkonvention sei ein Auftrag zur bestmöglichen Förderung behinderter Menschen, ein uneingeschränkt integratives Bildungssystem kein Muss. Das derzeitige Bildungssystem sei "überhaupt nicht geeignet" für den Unterricht von blinden und hochgradig sehbehinderten Kindern, zudem gebe es viel zu wenige geeignete Betreuungs- und Stützlehrer an den Regelschulen. In einer "künstlich von oben herab verordnete Integrationsklasse" würden "eindeutig die sehbeeinträchtigten Kinder auf der Strecke bleiben".

In Österreich gibt es laut ÖBSV fünf anerkannte Spezialschulen für sehbeeinträchtigte Kinder: Das Bundes-Blindenerziehungsinstitut (BBI) sowie die Sehbehindertenschule in der Zinckgasse in Wien, das Odilien-Institut für sehbehinderte oder blinde Menschen in Graz, das Sonderpädagogische Zentrum des Landes Tirol für blinde und sehbehinderte Kinder (SPZ) in Innsbruck sowie die Landes-Lehranstalt für Hör- und Sehbildung Linz.

(APA/Red.)