Schnellauswahl

Milliardenauftrag für Strabag in Großbritannien

Strabag-Chef Birtel: Großbritannien trotz Brexit ein europäischer Markt
Strabag-Chef Birtel: Betrachten Großbritannien trotz Brexit ein europäischer MarktElke Mayr / WB

Der britische Düngemittelproduzent York Potash erweitert die Order für das unterirdisches Transportsystem einer Mine.

Der österreichische Baukonzern Strabag ist in Großbritannien ungeachtet des anstehenden Brexit gut im Geschäft. Das Unternehmen beginnt dort nun mit dem Bau zweier weiterer Tunnel für das unterirdische Transportsystem einer Mine. Das bisher begonnene Gesamtvolumen des Großauftrags belaufe sich damit auf "rund eine Milliarde Euro", heißt es auf der Firmenwebsite.

Auftraggeber ist der britische Düngemittelproduzent York Potash Ltd. bzw. dessen Muttergesellschaft Sirius Minerals. Die Tunnel werden für die Woodsmith Mine nahe Whitby im Nordosten Englands gebaut, die dort ab 2021 Polyhalit, ein zur Produktion von Düngemitteln eingesetztes Mineral, fördern wird.

"Oberirdisch befindet sich ein Naturschutzgebiet und wir bauen jetzt unterirdisch Tunnel zum Hafen", sagte Strabag-Sprecherin Diana Klein am Donnerstag auf APA-Anfrage. Die Woodsmith Mine liegt in einem Nationalpark und beherbergt laut Strabag-Angaben das größte Polyhalit-Vorkommen weltweit. Über einen insgesamt 37 Kilometer langen Tunnel samt Förderband soll das in der Mine abgebaute Mineral Polyhalit zur Weiterverarbeitung nach Wilton transportiert werden.

Finanzierung gesichert

Mit dem Bau des ersten Tunnelabschnitts mit einer Länge von 13 Kilometern habe die Strabag bereits Anfang 2018 begonnen. Ende des Jahres hatte der Konzern den Auftrag laut Geschäftsbericht noch mit 250 Millionen Euro in den Büchern, jetzt kommen "einige 100 Millionen Euro" dazu. Die insgesamt 24 Kilometer langen Tunnellose 2 und 3 führen den Angaben zufolge in 360 Metern Tiefe vom Schacht in Lockwood Beck zur Woodsmith Mine.

Die Ordererteilung für Los zwei und 3 erfolgte zwar bereits im September, doch erst jetzt ist alles fix: "Die Finanzierung ist seit heute gesichert, daher nehmen wir den Auftrag nun in den Bestand", so Klein. Dieser werde nun um einige hundert Millionen Euro steigen. Der gesamte Auftragsbestand des Strabag-Konzerns belief sich zum Ende des ersten Quartals 2019 auf 17,9 Milliaden Euro.

"Dieser Auftrag ist ein Beweis dafür, dass trotz der nach wie vor unklaren Brexit-Situation namhafte Investitionen in Großbritannien getätigt werden und wir mit unserer Entscheidung, diesen Markt auch in Zukunft als europäischen Markt zu betrachten, richtig liegen", lässt Strabag-Chef Thomas Birtel auf der Firmenwebsite wissen.

(APA)