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Schlagerstar und Dschungelkönig: Costa Cordalis ist tot

Costa Cordalis Anfang 1980er Jahre
Costa Cordalis Anfang 1980er JahreImago

Der gebürtige Grieche machte sich als Schlagerstar in Deutschland und Österreich einen Namen und wurde 2004 als RTL-Dschungelkönig auch jüngerem Publikum bekannt. Er verstarb im Alter von 75 Jahren.

"Ich fand sie irgendwo, allein in Mexiko..." und dann alle im Chor: "Aniiita! Aniiita!" Der schmissige Song über ein schwarzhaariges Mädchen mit sternenklaren Augen fehlt bis heute auf fast keiner Schlagerparty. Der 1976 veröffentlichte Ohrwurm sollte für Costa Cordalis zum absoluten Glücksfall werden. Seine Schlagerkarriere führte ihn bis ins „Dschungelcamp“ von RTL, bei dem er zum König gekürt worden war und damit auch einem jüngeren Publikum bekannt wurde. Wenige Monate nach seinem 75. Geburtstag verstarb der Schlagersänger in seiner Wahlheimat Mallorca. Das ließ die Familie am Mittwoch über ihr Management der Deutschen Presse-Agentur mitteilen.

"Wir sind alle tieftraurig über den Verlust", sagte Sohn Lucas Cordalis (51) demnach. "Mein Vater war ein wunderbarer Mensch, der sich immer für Andere eingesetzt hat." Auch der Kölner "Express" zitierte Lucas Cordalis mit diesen Worten. Medienberichten zufolge soll der Sänger nach einem Schwächeanfall länger in einer Klinik auf der Baleareninsel gelegen haben. Ende Februar war Vater Cordalis zusammen mit Lucas bei einem Benefizkonzert zu Ehren des im Herbst verstorbenen "Goodbye Deutschland"-Stars Jens Büchner in Essen aufgetreten. Dabei soll er Berichten zufolge erschöpft gewirkt haben.

Sein Name wurde schon lange in einem Atemzug genannt mit anderen Ikonen des Genres wie Roy Black ("Ganz in Weiß") oder Rex Gildo ("Fiesta Mexicana"), wobei er mit letzterem seine musikalische Sehnsucht nach dem Reich der Maya teilt. Überhaupt sind ferne Länder und feurige Fräuleins oft und gerne Thema in den Liedtexten des gebürtigen Griechen, der schon mit sieben Jahren erstmals zur Gitarre griff. Ob in "S.O.S.", "Shangri-La" oder "Der Wein von Samos" - Fernweh, Verlangen und ein bisschen Folklore gehören zum Cordalis-Stil.

Sohn Lucas, ebenfalls Sänger und Musikproduzent, und seine Schwiegertochter, das Doku-Sternchen Daniela Katzenberger (32), hielten in Zeitungen und über soziale Netzwerke die Fans auf dem Laufenden. Sie postete etwa Ende März auf Instagram ein Foto ihrer Tochter Sophia mit Schwiegerpapa Costa. Darunter die Worte: "Der beste Opa der Welt!"

Gesundheitliche Probleme

Schon früher hatte er gesundheitliche Probleme. Eine Bandscheiben-OP etwa, 2013 brach er dann bei einem Auftritt in Chemnitz geschwächt auf der Bühne zusammen. Vor zwei Jahren stürzte er im Badezimmer seines Hauses auf Mallorca. "Er hat sich den Knöchel zweimal gebrochen, musste sofort operiert werden", sagte sein Sohn damals der Internetplattform "t-online.de". Sein selbst deklariertes Vorhaben, über 100 Jahre alt zu werden, erreichte er aber nicht.

Am 1. Mai 1944 wurde er als Konstantinos Kordalis in der mittelgriechischen Region Fthiotida geboren. Mit gerade einmal 16 Jahren wagt er den Sprung nach Frankfurt, wo er als Teenager schnell Deutsch lernt. Er studiert Germanistik und Philosophie, ohne Abschluss. Seine Karriere als Sänger beginnt 1965 mit einem Coversong des Elvis-Hits "Crying in the Chapel" - auf Deutsch schmachtend: "Du hast ja Tränen in den Augen."

Der Durchbruch gelingt ein Jahrzehnt später mit einer Frauen-Trilogie: Carolina (1973), Anna Lena (1974) und besagte Anita (1976) machen Cordalis auch dank Auftritten in Dieter Thomas Hecks "Hitparade" und Ilja Richters "Disco" schnell zur Kultfigur der Schlagerszene. Insgesamt soll Costa Cordalis mehr als zehn Millionen Tonträger verkauft haben.

Einen privaten Einblick in sein Leben gewährte der Künstler zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2014, als er unter dem Titel "Der Himmel muss warten" seine Autobiografie publizierte. "In der Boulevardpresse muss ich mich ständig gegen irgendwelche Anfeindungen wehren", schreibt Cordalis in dem Buch, das er gemeinsam mit Stefan Alberti von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verfasst hat.

„Vollmondgesicht"

"Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert", klagte er - dabei sei das vielerorts für Schlagzeilen sorgende "Vollmondgesicht", wie er selbst es nennt, Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Nur mit Hyaluronsäue sei er gegen Fältchen vorgegangen - "nicht mehr und nicht weniger".

Positiver fielen seine Erinnerungen an die RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" aus. In der ersten Staffel holte er sich 2004 prompt den Sieg - und wurde so zum Dauergast auch in anderen TV-Sendungen. Das habe ihm "rund eine halbe Million Euro in die Kasse gespült", gab "König Costa" offen zu. "Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne."

Liebestechnisch hat der Grieche mit dem deutschen Pass schon früh das große Glück gefunden: Fast 50 Jahre war Cordalis mit seiner Frau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Und auch sportlich feierte er Erfolge. So nahm er 1985 für sein Heimatland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Er kam zwar als Letzter ins Ziel - aber in Griechenland wurde er immerhin zwei Mal Landesmeister.

(APA/dpa/Carola Frentzen/red.)