Der Fußball-Transfermarkt: Mehr als nur eine Preisfrage

Telefonieren, Kontakte pflegen, reisen, Verträge, Spielbesuche: Max Hagmayr zieht mit seiner Firma für 70 Fußballer die Fäden.
Telefonieren, Kontakte pflegen, reisen, Verträge, Spielbesuche: Max Hagmayr zieht mit seiner Firma für 70 Fußballer die Fäden.Daniel Scharinger / picturedesk.com

Transfers sind das Salz im Fußballgeschäft, Spielerberater wie Max Hagmayr haben gerade Hochsaison. Er fädelte Valentino Lazaros Wechsel zu Inter Mailand ein, spricht über die Branche, deren Auswüchse und die Strategie der wertlosen Gerüchte.

Fußball ist nicht nur das simple Spiel. Es verlangt Strategie abseits des Rasens. Die richtige Taktik, probate Systeme, die passenden Spieler, denen ein Trainer vertraut – all das muss vorhanden sein, ehe eine Saison erfolgreich anheben kann. Und in diesen Fällen betreten Berater, Manager bzw. Vermittler das Feld. Sie bieten ihre Klienten an, halten jahrelang Kontakt mit Klubs. Sie sichten die Lage, wittern die Chance – das große Geschäft. In dieser Branche blüht längst ein Wildwuchs mit absurden Preisen und extremen Methoden, der Ruf wird anrüchiger. Doch das Business der Fußballtransfers vermeldet jährlich neue Umsatzrekorde.

Max Hagmayr, 62, hasst Sprücheklopfer. Er vermeidet Superlative (so oft es geht), auch greift der ehemalige Teamspieler, Lask-Manager und Jurist, der seit 1999 seiner Firma Hagmayr Sportmanagement GmbH vorsteht und mittlerweile ca. 70 Profis betreut, nur ungern zum Stilmittel, anstehende Transfers in der Öffentlichkeit zu lancieren. Falschmeldungen zu streuen könne manchmal aber, aus strategischen Gründen, hilfreich sein. Wer nur mit Gerüchten hausiert, und derer gibt es sonder Zahl, macht letzten Endes den schlechteren oder keinen Deal. Es sei doch zu auffällig, wenn ein Spieler immer wieder mit Klubs in Verbindung gebracht werde, aber nie ein Abschluss erfolgt. Es sei lanciertes Name-Dropping, um im Gespräch zu bleiben.