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Was kostete das Brot im früharabischen Ägypten?

Der Papyrologe Federico Morelli arbeitet akribisch die aus 180.000 Stücken bestehende Papyrussammlung in Wien auf.
Der Papyrologe Federico Morelli arbeitet akribisch die aus 180.000 Stücken bestehende Papyrussammlung in Wien auf.(c) Akos Burg
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Im 7. Jahrhundert n. Chr. eroberten die Araber das byzantinische Ägypten. In der Hofburg rekonstruiert ein Forscher der Uni Wien Papyri aus der Zeit danach – sie zeigen, dass der Alltag zunächst fast wie gewohnt weiterging.

Alte Papierschnipsel. Eigentlich. „Aber wie schön!“ Der Fotograf der „Presse“ knipst begeistert drauflos. Federico Morelli hält ihm einige hinter Glas gerahmte Papyri vor die Linse: dünne, bräunliche, fast holzspanartige Textabschnitte in griechischer Sprache, die er sorgfältig zusammengefügt hat. Sie haben Lücken, weggebrochene Ränder und sind bedeckt von einer schwungvollen schwarzen Schreibschrift, die rätselhaft und zugleich modern wirkt. Anders als die altgriechischen Lettern, die man aus Büchern kennt. Was wie ein fragiles Kunstwerk aussieht, ist eine Frachtgutliste aus dem 7. Jahrhundert nach Christus. Wir befinden uns im Tiefparterre der Hofburg, genauer gesagt in einem Büro neben dem Papyrusmuseum der Nationalbibliothek. Morelli, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Alte Geschichte der Uni Wien, arbeitet hier.