Rapid gewinnt den Schlager der Harmlosigkeit

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Das schwache Spitzenspiel geht an Rapid: Die Wiener feiern bei Sturm Graz einen glanzlosen 1:0-Sieg und bleiben selbstkritisch. Ansonsten steht die Runde im Zeichen der Torjäger.

Ein Bundesliga-Schlager mit mickrigen drei Torschüssen? So geschehen am Sonntagabend in der Grazer Merkur-Arena, wo sich Rapid nur dank einer Standardsituation mit 1:0 gegen Sturm Graz durchsetzte. „Wir wissen, dass das nicht das Gelbe vom Ei war“, meinte der Hütteldorfer Kapitän und Siegtorschütze Stefan Schwab.

Dabei war die Stimmung vor 14.500 Zuschauern eines Schlagers würdig, auch an Spannung fehlte es nicht. Spielerisch aber war das Top-Duell der vierten Runde mehr als dürftig. So konnte nur ein Freistoß den grün-weißen Arbeitssieg retten. Bei der mustergültigen Flanke von Thomas Murg musste der wiedergenesene Schwab nur noch den Fuß hinhalten (23.).

Auch wenn kein spielerischer Fortschritt zu erkennen war – vor allem die erste Halbzeit war an Harmlosigkeit nicht zu überbieten –, verdient war der Sieg der Hütteldorfer allemal. Auch weil Philipp Schobesberger noch drei Sturm-Verteidiger aussteigen ließ, dann aber nur die Querlatte traf (56.). Vorausgegangen war ein Stellungsfehler der Sturm-Defensive.

Überhaupt war das technische Niveau in Graz überschaubar. Zu rustikal wurden die Zweikämpfe geführt, zu holprig war auch der von einem Pilz befallene steirische Rasen. Vor allem Sturm leistete sich am gegnerischen Sechzehner haarsträubende Fehler. Da wurden die Bälle unbedrängt und völlig ohne Not verschenkt, die Flanken ins Nirgendwo geschlagen. Einziger Lichtblick und einzige wirkliche Ausgleichschance: ein Stangenschuss von Michael Lema (79.).

Den 19-Jährigen hatte Nestor El Maestro eingewechselt. Ansonsten fiel dem Sturm-Coach (wie schon vergangene Woche gegen Hartberg) nach dem Rückstand seiner Mannschaft wenig ein. Die bemühten Steirer fanden gegen Rapids Fünferkette keine Lösungen, es fehlte die Kreativität und der viel zitierte letzte Pass.

„Im Offensivdrittel entscheiden Taktik, Einzelqualität und Spielglück. Das war heute nicht da“, meinte Trainer El Maestro. Die am Ende für einen Bundesliga-Schlager bitteren Zahlen: Rapid führte bei den Torschüssen 2:1.