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Klimawandel bedroht Wälder und Weizen

Pflanzen reagieren rasch auf veränderte Bedingungen.

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) stellte diese Woche Zahlen zu den Schäden vor, die als Folge von trockenen und heißen Sommern auftreten. So verursachten Borkenkäfer im Jahr 2018 5,2 Millionen Kubikmeter Schadholz: Die Schädlinge profitieren von höheren Temperaturen und greifen vor allem Fichten auf großen Flächen an. Die Forscher plädieren für einen klimabedingten Waldumbau, der durch neue Waldtypen und Baumarten den Angriff von Schädlingen abwehren kann.

Auch der Weizen hat es nicht leicht, wenn die Trockenheit zunimmt. Das ohnehin sehr genügsame Getreide werde in Zukunft in Bedrängnis geraten, berechneten internationale Forscher mit der Beteiligung des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (Science Advances, 25. 9.). Steigt die globale Temperatur um zwei Grad, verdoppelt sich das Risiko, dass Weizenanbaugebiete weltweit mit gleichzeitigen Dürren zu kämpfen haben: Das gefährdet die Nahrungsversorgung der Menschen.

 

Eine gute Nachricht

In Tirol fanden hingegen Gletscherforscher heraus, dass Hochgebirgspflanzen den Klimawandel rasch positiv für sich nutzen: Wird Boden durch Gletscherschmelze eisfrei, erobern mehr Arten als gedacht die Fläche und verringern so das Risiko von Murenabgängen (Nature Scientific Reports, 26. 9.).

Das Team um Andrea Fischer vom ÖAW-Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung in Innsbruck verglich Satellitendaten und Feldbeobachtungen am Jamtalferner im Silvrettagebirge, der seit 1864 53 Prozent seiner Gletscherfläche verloren hat. Die Dynamik, mit der 50 Pflanzenarten den eisfreien Boden neu besiedelten, überraschte selbst die Forscher. (vers)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2019)