Nach Informationen der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser ist in Österreich eine von fünf Frauen sexueller oder körperlicher Gewalt ausgesetzt.
Gewalt in der Familie

„Er hat mich geschlagen, jeden Tag ...“

Mangelnde Sprachkenntnisse und finanzielle Abhängigkeit – türkische Migrantinnen können Gewalt in der Familie nur schwer entkommen. Der Verein „Miteinander Lernen - Birlikte Öğrenelim" möchte das ändern.

Kaum fällt die Tür ins Schloss, geht es wieder los. Der Wohnungsschlüssel klimpert noch in ÇZs Hand, als ihr Mann den Gürtel aus seinen Jeans zieht. Er bäumt sich über ihr auf. Sie schrumpft zusammen. Er schlägt zu. Immer wieder. Immer fester. Sie trägt nur eine dünne Strickweste. Das Leder hinterlässt blutige Striemen auf ihren Armen. Irgendwann werden die Schläge langsamer. Hören auf.

ÇZ stammt aus der Türkei und ist 45 Jahre alt. Häusliche Gewalt betrifft unabhängig von Nationalität und Alter alle Gesellschaftsschichten. Das zeigt die Auswertung der Morddelikte im Jahr 2017: 28 von 36 Mordopfern waren Österreicherinnen, vier EU-Bürgerinnen und vier kamen aus Drittstaaten. Die Gewalt an Frauen nimmt nach einem Abwärtstrend vor fünf Jahren wieder zu: Im gesamten Jahr 2014 wurden 19 Frauen ermordet. Dieses Jahr waren es bereits bis zum Juli 19 Opfer.

Nach Informationen der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser ist in Österreich eine von fünf Frauen sexueller oder körperlicher Gewalt ausgesetzt.