Quergeschrieben

Jämmerliche Erklärungsversuche & politische Verantwortlichkeiten

Eike Schmidt, Gott-sei-Dank-nicht-Generaldirektor des KHM, führt vor, wie man einer Institution und sich selbst größtmöglichen Schaden zufügt.

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Nun will also Eike Schmidt, notorischer Jobhopper unter den Museumsführungskräften, doch nicht am 1. November in die Chefetage des Kunsthistorischen Museums hoppen, sondern Direktor der florentinischen Uffizien bleiben. Seine Entscheidung habe „eigentlich nichts mit Wien, sondern alles mit Florenz“ zu tun, sagte er: Nach den jüngsten politischen Umwälzungen in Italien sehe er eine Chance, die Erneuerung der Uffizien weiter vorantreiben zu können. In einem Interview mit dem „Spiegel“ nannte er als Grund für seine Spontanabsage gönnerhaft auch seine Vorgängerin und derzeitige interimistische KHM-Chefin, Sabine Haag. Er hätte schon rasch nach seiner Bestellung 2017 festgestellt, dass sie keinen neuen Posten außerhalb des Museums angenommen, ja, sogar einige Angebote ausgeschlagen habe: „Sie auf eine zweite Ebene herunterzustufen, wäre unwürdig gewesen.“

Abgesehen davon, dass er seine Bedenken glatte zwei Jahre für sich behalten hat, um buchstäblich in letzter Sekunde abzuspringen, ist dieser Selbstrettungsversuch jämmerlich.