Sozialhilfe: Zahl der Bezieher geht zurück

Symbolbild.
Symbolbild.(c) Clemens Fabry

Mehr als ein Drittel sind Kinder, knapp die Hälfte Österreicher.

Wien. Die Zahl der Personen, die Mindestsicherung beziehen, ist im Jahr 2018 erstmals seit 2012 wieder geschrumpft. Das teilte die Statistik Austria am Freitag mit. Nach starken Zuwächsen bis 2016 und einer Stagnation im Jahr 2017 bezogen 2018 mit 289.646 Personen um 5,9 Prozent weniger Menschen die Mindestsicherung als im Jahr davor.

Der Rückgang der Mindestsicherungsbezieher war mit Ausnahme von Kärnten in allen Bundesländern zu beobachten und reichte von minus 3,3 Prozent in Vorarlberg bis minus 13,7 Prozent im Burgenland. In Wien betrug der Rückgang minus 4,7 Prozent. Insgesamt hatte die Bundeshauptstadt die höchsten Bezugszahlen, 63 Prozent der Personen mit Mindestsicherungsbezug wohnten dort. Nur acht Prozent der Personen mit Mindestsicherungsbezug waren erwerbstätig. Sie hatten also ein so geringes Einkommen, dass sie zusätzlich Mindestsicherung beziehen mussten. Von den nicht erwerbstätigen Personen standen 39 Prozent dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung, der Rest war entweder noch in der Schule, in Pension, arbeitsunfähig oder mit Kinderbetreuung beschäftigt.

 

35 Prozent Asylberechtigte

Die größte Personengruppe in der Mindestsicherung waren Kinder mit einem Anteil von 36 Prozent. Knapp weniger als die Hälfte der Bezieher 2018 hatte die österreichische Staatsbürgerschaft. 40 Prozent der Personen in Mindestsicherung kamen aus Drittstaaten, sieben Prozent waren EU-/EWR-/Schweizer Staatsangehörige. Bei den restlichen fünf Prozent ist die Staatsangehörigkeit nicht bekannt, auch Staatenlose sind darunter. 35 Prozent der Bezieher hatten einen Status als Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2019)