Morgenglosse

Rote Titanic, ganz ohne Eisberg

Pamela Rendi-Wagner, SPÖ
Pamela Rendi-Wagner, SPÖ(c) Robert Jäger, APA

Eine Partei, zwei Welten: Der Konflikt in der SPÖ ist derzeit unlösbar.

Am Wochenende warf ein Teilnehmer in den Sozialen Medien – dort, wo sich der SPÖ-interne Konflikt vor aller Augen abspielt – die Frage auf, ob Max Lercher, Julia Herr und Andreas Babler die SPÖ neu gründen sollten. Die Antwort könnte lauten: Wenn sich die SPÖ auf die zehn Prozent zubewegen soll, dann ja.

Wobei Julia Herr, die auch von ihren burgenländischen (!) Genossen für ein Talent gehalten wird, noch etwas zuzutrauen wäre – aber auch nur, wenn sie sich selbst neu erfindet und so wie seinerzeit Alfred Gusenbauer, auch er ein ehemaliger SJ-Chef, in die Mitte wandert. Doch zur „solidarischen Hochleistungsgesellschaft“ ist es noch ein weiter Weg, möglicherweise ein zu weiter. Und wer diesen geht, geht wiederum das Risiko ein, den linken Teil der Partei zu verlieren.

Und dieser Konflikt in der SPÖ ist derzeit unlösbar: Jener zwischen Ideologen (bzw. Idealisten) und Pragmatikern, jener zwischen links und Mitte-links (bzw. rechts), zwischen denjenigen, die noch etwas werden  wollen und denjenigen, die schon etwas sind.

Auch die Wiener SPÖ wird 2020 nur erfolgreich sein können, wenn sie sowohl den linken als auch den rechten Flügel behält. Geht der linke zu den Grünen und der rechte zur ÖVP, ist es mit der Bürgermeisterpartei vorbei.

Pamela Rendi-Wagner ist Passagierin auf einem Schiff, auf dem sie eigentlich Kapitänin ist. Wohin das Schiff steuert, ist unklar. Die einen rudern dorthin, die anderen da hin. Eine integrative Volkspartei ist die SPÖ längst nicht mehr. Wie sie das wieder werden soll? Ehrlich gesagt: keine Ahnung.

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