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Steiermark-Wahl

Neos starten in Graz als Letzte in den Wahlkampf

STEIERMARK-WAHL: NEOS STEIERMARK 'WAHLKAMPFAUFTAKT' / SWATEK
Bekanntester Vertreter und Spitzenkandidat ist der Grazer Gemeinderat Niko Swatek.APA/ERWIN SCHERIAU

Unterstützung erhielt Spitzenkandidat Niko Swatek von Bundes-Chefin Beate Meinl-Reisinger.

Einen Tag nach der ÖVP und als letzte der wahlwerbenden Parteien für den steirischen Landtag haben die Neos am Dienstagnachmittag in Graz ihren Wahlkampf gestartet. Als Unterstützung hatte sich Spitzenkandidat Niko Swatek Bundeschefin Beate Meinl-Reisinger geholt. Auch Irmgard Griss schaute bei der Veranstaltung am Eisernen Tor vorbei. Der einsetzende Regen tat der Stimmung keinen Abbruch.

Rund 100 Fans und Funktionäre waren gekommen, um den Auftakt der Pinken zu erleben, deren erklärtes Ziel der Einzug in den steirischen Landtag bei der Wahl am 24. November ist. Irmgard Griss machte den Auftakt als Rednerin: "Das ist die dritte Wahl heuer in der Steiermark mit EU- und Nationalratswahl. Und aller guten Dinge sind drei, und mit uns ist es dabei immer aufwärtsgegangen." Die Neos seien gegründet worden, weil andere Parteien Themen wie u.a. Bildung und ein Enkel-fittes Pensionssystem nicht so ernst nehmen würden.

"Konsequenz und Kontrolle"

Beate Meinl-Reisinger sagte vor der Veranstaltung die Neos seien diejenigen, die die Themen treiben würden, das sei in Wien so, das sei in Salzburg so und das werde auch in der Steiermark so sein. Die regionale Basis sei ständig im Wachsen, und das sei auch eines der Ziele: "Wir sind nicht mehr nur eine urbane oder Wiener Partei." An dieser Stelle unterbrach eine Dame mittleren Alters und schüttelte Meinl-Reisinger die Hand: "Sie sind wirklich ganz echt, ich wünsche Ihnen alles Gute."

Bei ihrer Rede zum Wahlkampfauftakt sagte Meinl-Reisinger - mit Haus im Ausseerland so gut wie halbe Steirerin - dann u.a., Spitzenkandidat Niko Swatek würde auszeichnen, wofür die Partei stünde: "Konsequenz und Kontrolle". Swatek mache gute Politik im Grazer Gemeinderat, das werde es auch im Landtag geben: "Das Grüne Herz, die Steiermark, muss auch für Bildung, Kontrolle, Transparenz und Innovation schlagen." Abschließend erlaubte sich die Parteichefin eine milde Stichelei angesichts der Frisur ihres Kandidaten: "Niko, du bist der Mann für die Steiermark. Und du schaust aus wie der Andreas Gabalier", bevor sie das Mikrofon an Swatek übergab.

Der Grazer selbst sagte, der Weg der Neos sei jener von Bildung und Innovation. Mittlerweile gebe es die Partei überall in der Steiermark, man könne sie nicht mehr übersehen, man habe noch nie so einen Zustrom gehabt. Swatek übte auch Kritik an Landes-SPÖ und -ÖVP: "Die Reformen der früheren Reformpartner sucht man vergeblich und die Partnerschaft ist auch zum Stillstand gekommen. Die Kraft, die das beendet, die können nur wir sein." Ihn ärgere, dass in der Steiermark viele Kinder nicht sinnerfassend lesen können, aber ein FPÖ-Mandatar (Abg. Wolfgang Zanger, Anm.) es nicht schaffe, sich von einem Liederbuch zu distanzieren, das er noch nicht einmal selber geschrieben habe. Es gehe bei der Wahl nicht um den Sessel des LH, sondern um die Frage, wie die Steiermark in fünf Jahren aussehe. "Es ist Zeit, es anzupacken und um jede Stimme zu kämpfen", schloss Swatek.

Grundmandat in Wahlkreis Graz

Die Neos sind in der Steiermark eine relativ junge Partei, sowohl nach dem Gründungsjahr als auch nach dem Alter der Mandatare. Den Einzug in den Landtag schafften sie bei der Landeswahl 2015 mit 2,64 Prozent nicht. Am 24. November soll es aber so weit sein, lautet das erklärte Ziel.

Mit dem Landtagseinzug könnte es für die Neos klappen - ein Mandat 2015 kostete zumindest 12.485 Stimmen bzw. 6,3 Prozent. Bei ähnlicher Wahlbeteiligung wie 2015 und bei ähnlichem Zuspruch wie bei der Nationalratswahl am 29. September wäre ein Einzug fix: Im Wahlkreis 1 (Graz und Umgebung) wählten 23.219 Steirer die Pinken.

(APA)