Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Demografie

Ältere vertun sich in der Selbsteinschätzung

Können Sie ohne Hilfe der Arme von einem Sessel aufstehen, und wie gut ist Ihr Erinnerungsvermögen? Je älter die Befragten sind, umso weiter liegen die Antworten auf diese Fragen von der Realität entfernt.
Können Sie ohne Hilfe der Arme von einem Sessel aufstehen, und wie gut ist Ihr Erinnerungsvermögen? Je älter die Befragten sind, umso weiter liegen die Antworten auf diese Fragen von der Realität entfernt.(c) Pixabay
  • Drucken

Wiener Forscherinnen zeigen, wie ungenau Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung sind, wenn diese auf Befragungen statt auf Tests beruhen. Südeuropäer überschätzen ihre Fähigkeiten eher als Skandinavier.

Setzen Sie sich mit verschränkten Armen auf einen Sessel und versuchen Sie aufzustehen. Diese Anweisung erhielten über 80.000 Personen in ganz Europa im Rahmen der Share-Studie („Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“), die seit 2004 das Leben von Personen über 50 Jahren in all seinen Facetten erforscht. Die Probe auf das Exempel offenbart, ob die befragte Person ohne Hilfe der Arme aufstehen kann. Der Vergleich mit dem Fragebogen, der davor ausgefüllt wurde, zeigt, wie nahe Selbstwahrnehmung und Realität liegen.

Ein ähnliches Setting hat die Share-Studie, die vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München koordiniert wird, auch für das Erinnerungsvermögen abgewickelt: Wie gut schätzen Sie Ihr Gedächtnis ein? Danach folgt der Beweis, an wie viele von zehn aufgezählten Wörtern sich der oder die Befragte wirklich erinnert. „Diese Studie ist so besonders, da man direkt vergleichen kann, welche Personengruppen ihre Gesundheit korrekt einschätzen, welche sich über- oder unterschätzen, sowohl in ihren kognitiven Fähigkeiten als auch ihrer Mobilität“, erklärt Sonja Spitzer vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg. Gemeinsam mit Daniela Weber hat sie die immensen Datenmengen aus 19 europäischen Ländern analysiert, um zu belegen, wie vertrauenswürdig Gesundheitsdaten sind, die nicht auf getesteten Fakten basieren, sondern auf Selbsteinschätzungen.