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Klassik

Ein „Eugen Onegin“, aber ohne Onegin

Tiefgekühlte Gefühle gab es an der Staatsoper und zwei Rollendebüts – eines interessant, eines inhaltsleer.

Ein „Eugen Onegin“ ohne Onegin, das kann nicht gut gehen. Der russische Rollendebütant Boris Pinkhasovich verfügt zwar über einen passablen Bariton (mit bescheidenen Modulationsfähigkeiten), ist aber außerstande, die Figur darzustellen, geschweige denn die Rolle auszufüllen. Er ist ein gelackter Langweiler, nicht der gefährliche Verführer, zu dem ihn Tatjana stilisiert. Onegin sollte etwas Besonderes an sich haben, was nicht mit Arroganz zu verwechseln ist, er versteht sich selbst eher als attraktiver Egomane. Pinkhasovich hat dafür nichts von dem zu bieten, was an Rollenvorbildern von Dmitri Hvorostovsky bis Peter Mattei zu bewundern war.