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Wen Strache vor Veröffentlichung des "Ibiza-Videos" anrief

Symbolbild: Strache, noch FPÖ-Vizekanzler, wird bei einer Pressekonferenz via Handy gefilmt.
Symbolbild: Strache, noch FPÖ-Vizekanzler, wird bei einer Pressekonferenz via Handy gefilmt.APA/GEORG HOCHMUTH
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Protokollen der „Soko Ibiza“ zufolge, soll der frühere FPÖ-Chef kurz vor Bekanntwerden des Videos den Immobilieninvestor Rene Benko und Kathrin Glock angerufen haben.

Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache soll unmittelbar vor der Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“ im Mai 2019 Immobilieninvestor Rene Benko und Kathrin Glock, die Ehefrau des Waffenindustriellen Gaston Glock, angerufen haben. Das soll eine Rufdatenrückerfassung der „Soko Ibiza“ zeigen, aus der das Magazin „profil" am Samstag zitiert.

Dem Bericht zufolge hatte Strache kurz zuvor Anfragen zu dem Video von Journalisten der „Süddeutschen Zeitung" und des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel" erhalten. Der Ex-Vizekanzler soll kaum eine halbe Stunde nach der Medienanfrage zum Hörer gegriffen und Benko angerufen haben. Über den Signa-Gründer meinte Strache in dem Video, das nicht nur Straches Rücktritt, sondern auch das Ende der türkis-blauen Bundesregierung eingeläutet hatte, unter anderem, Benko zahle „die ÖVP und uns".

Signa bestätigt „telefonischen Kontakt“ 

Signa bestätigte indes auf Anfrage von „profil" einen „telefonischen Kontakt, in welchem Herr Strache Befürchtungen zur Existenz eines ominösen Videos geäußert hat und dass eventuell missverständliche Äußerungen und haltlose Behauptungen in diesem Video aufgestellt werden. Herr Strache hat sämtliche dieser falschen und haltlosen Aussagen auch später öffentlich zurückgenommen und sich davon distanziert. Wir erachten diese Angelegenheit damit als erledigt."

Darüber hinaus hat Strache dem Bericht zufolge mit Kathrin Glock und einer weiteren der Firma Glock GmbH zuordenbaren Nummer telefoniert, die im „Ibiza-Video" ebenfalls zur Sprache kommt.

Alle im Video genannten Personen und Unternehmen haben stets betont, zu keinem Zeitpunkt Spenden an die FPÖ oder dieser nahestehenden Vereinen geleistet zu haben.

Gudenus telefonierte ebenfalls

Auch der frühere freiheitliche Klubobmann Johann Gudenus soll vor der Veröffentlichung des „Ibiza-Videos" eifrig telefoniert haben, wie ein dem „profil" vorliegender Anlassbericht zeigt. „Hauptsächlich" habe er Telefonnummern angerufen, die dem Freiheitlichen Bildungsinstitut zuzurechnen seien. Aber auch mit FPÖ-Abgeordnetem Markus Tschank habe er mehrmals telefonisch konferiert.

„Heikle Unterlagen“ in Stefans Büro?

Abgesehen von den Anrufen bei Benko und Glock soll Strache den „profil"-Informationen nach einen Tag vor Veröffentlichung des „Ibiza-Videos" den Freiheitlichen Harald Stefan gefragt haben, ob er „heikle Unterlagen" in dessen Büro lagern könne. Wortwörtlich wollte Strache wissen: „Hast du einen Safe in deinem Büro, wo ich heikle Unterlagen lagern kann? Lg.“ Stefan antwortete laut Protokoll mit: „Ja. Habe einen privaten Safe. LG." Strache soll dann nachgefragte haben, ob er einen „größeren Akt" bringen dürfe. Stefan, der im Zivilberuf Notar ist, bejahte und meinte, dass er diesen „gerne verwahren" könne.

Am 24. Oktober verlangte die Staatsanwaltschaft mittels Sicherstellungsanordnung schließlich die Öffnung des Tresors. Stefan kam dem nach. Die Ermittler fanden aber keinen Akt - weder in der Kanzlei noch in einem privaten Safe in der Wohnung des Abgeordneten. Bei der Zeugeneinvernahme gab Stefan zu Protokoll, dass er nach dem Chat am 16. Mai nichts mehr dazu gehört und keine Unterlagen von Strache zur Lagerung bekommen habe. „Ich weiß auch nicht, um welche Unterlagen es sich dabei hätte handeln können", wurde Stefan zitiert.

>>> Bericht im „profil“ 

(APA/Red.)