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Kickl erwartet Strache-Ausschluss binnen Stunden

Herbert Kickl
Herbert KicklAPA/ROBERT JAEGER
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"Niemand hat Verständnis dafür, dass man herumzögert“, erklärt der FPÖ-Klubchef. Scharfe Kritik übt er auch an seinem Nachfolger im Innenministerium.

FPÖ-Klubchef Herbert Kickl glaubt, dass der Parteiausschluss von Ex-Parteiobmann Heinz-Christian Strache unmittelbar bevorsteht: "Ich rechne mit einer raschen Entscheidung, da rede ich nicht von Wochen oder Tagen, sondern von Stunden", sagte er am Samstag in der Ö1-Reihe "Im Journal zu Gast". Das Kapitel Strache gehöre geschlossen: "Niemand hat Verständnis dafür, dass man herumzögert.“

Dass die Wiener Landesgruppe mit dem Ausschluss zögert, weil sie Angst vor der Konkurrenz durch eine Strache-Liste hat, bestreitet der Klubchef: "Wer das Persönlichkeitsprofil von Heinz-Christian Strache kennt, weiß, dass er es ohnehin machen würde, wenn er die Möglichkeit hat, eine eigene Liste zu gründen."

Strache habe sich „ein bißchen in seine eigene Welt verabschiedet“, meinte Kickl. Er sei wohl der Einzige, der glaube, dass die Causa Ibiza keinen Schaden angerichtet habe.  Endgültig gereicht mit seinem ehemaligen Chef habe es ihm, als dieser auch noch "die Frechheit" besessen habe, sich der Partei wieder als Vorsitzender anzubieten. Auch sei es etwa eine Provokation Straches gewesen, gerade wieder nach Ibiza auf Urlaub zu fahren.

Aus für berittene Polizei „hirnrissig"

Hart ins Gericht geht Kickl nicht nur mit dem ehemaligen Vizekanzler, sondern auch mit dem aktuellen Innenminister, seinem Nachfolger Wolfgang Peschorn - besonders wegen des Aus für die berittene Polizei. Nun nicht einmal den Testbetrieb durchzuführen, sei "das hirnrissigste, was man nur machen kann". Kickl vermutet ÖVP-Beamte im Hintergrund. Peschorn denke vielleicht: "Wenn man sich gegen die Wölfe nicht durchsetzen kann, ist es besser, wenn man mit ihnen heult."

Kickl betonte neuerlich, dass die FPÖ bereit wäre, bei einem - von ihm nicht erwarteten - Scheitern von Türkis-Grün in Regierungsverhandlungen einzutreten - freilich zu freiheitlichen Bedingungen. Ein wesentlicher Kompromiss wäre da, dass das Innenressort bei der FPÖ bleibt.

Mit der Casinos-Causa hat Kickl nach eigenem Bekunden nichts zu tun, auch wenn er in einer Chat-Gruppe zu Postenbesetzungen passiv auftaucht. Es sei nur um eine Sitzung ohne politische Relevanz gegeben, ohnehin bekomme er viele SMS. Das ganze habe ihn "überhaupt nicht interessiert".

>>"Ö1"-Interview

(APA/Red.)