Buntbarsche bilden 1700 Arten. Sie leben vor allem in Afrikas Seen und sind beliebte Aquariumfische.
Biologie

Wenn ein Fisch sich mit dem Falschen paart

Buntbarsche verwechseln beim Sex oft die Art. Statt eines Einheitsbreis entstehen dann ganze neue Spezies.

In der Nacht sind alle Katzen grau, sagen wir Menschen. Das lässt sich auch auf Fische umlegen. Bei den Buntbarschen suchen sich die Weibchen ihr Objekt der Begierde. Sind die Lichtverhältnisse schlecht oder das Wasser trüb, können sie die Farben nicht unterscheiden, mit der die Männchen ihre Art markieren. Dann sind sie bei der Wahl des Sexualpartners nicht mehr sehr wählerisch und schnappen sich zuweilen ein Männchen der falschen Art. Das Ergebnis des Versehens nennen Biologen dann „Hybridisierung“. Aus evolutionärer Sicht konnten sie den Irrtum bisher nicht gutheißen. Sie meinten: Passiert er an bestimmten Ort oft genug, dann verschmelzen bisher verschiedene Arten im Lauf der Zeit zu einer einzigen. Im Schmelztiegel entstehe ein genetischer Einheitsbrei: Lokale Eigenheiten verschwänden, die Vielfalt leide, die optimale Anpassung an die Umwelt gehe verloren. Wir wollen hoffen, dass bei dieser Theorie nicht Rassenlehren aus dunklen Zeiten nachschwangen. Aber egal, sie ist ab sofort ohnehin überholt – durch eine Studie eines Teams um Joana Meier von der Uni Cambridge (Nature Communications, 3.12.).