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Pizzicato

Ziemlich Banane

Das Ganze hieß dann Installation. Ein Künstler klebte eine Banane an die Wand. Wert des Kunstwerks: 120.000 Euro.

Ein anderer Künstler ging dann her, nahm das Klebeband von der Banane und aß sie auf. Das Ganze nannte er dann eine Performance. Passender Titel: „Hungry artist“. Die Galerie reagierte darauf mit Unverständnis: Man habe für „Spektakel“ nichts übrig.

Eine bessere Pointe gibt es heute leider nicht mehr.

Der Kunst geht es ja ein bisschen wie der Sozialdemokratie. Die Ziele sind erreicht, der Höhepunkt überschritten. Aber man muss sich halt trotzdem irgendwie weiter beschäftigen. Also macht man Installationen und Performances aller Art.

Eine sehr interessante wurde neulich in der Galerie in der Löwelstraße geboten. Dort wurde eine fiktive Zahl auf die Wand projiziert. Dann kam der vormalige Parteichef, strich die Zahl durch und schrieb eine andere Zahl darunter. Daraufhin schrieben der Bundesgeschäftsführer und der Bundesfinanzreferent wieder die alte Zahl auf die Wand. Ein bis dahin eher unbedeutender Überlebenskünstler aus der Provinz eröffnete daraufhin eine Personaldebatte, die sich als ebenso fiktiv herausstellen sollte. Weil kaum einer mitspielen wollte. Letztlich geschah also nicht viel. L'art pour l'art eben. (oli)

Reaktionen an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2019)